Gehaltssteigerungen um 2,7 Prozent erwartet

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In Deutschland werden die Gehälter im kommenden Jahr voraussichtlich um 2,7% steigen und damit 1,1 Prozentpunkte über der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) für Deutschland erwarteten Inflationsrate von 1,6%. Dies zumindest prognostiziert eine globale Gehaltsstudie des Beratungsunternehmens Mercer. Weltweit sei mit durchschnittlichen Gehaltssteigerungen von 6% bzw. 1,9 Prozentpunkten über der Inflationsrate zu rechnen. Für Nordamerika und Westeuropa werden die geringsten Gehaltszuwächse prognostiziert.

Die höchsten Gehaltssteigerungen werden in Indien erwartet: Mit 14,1% dürften die Zuwächse dort fast 10% über der prognostizierten Inflationsrate liegen. Nach Meinung der Experten des Beratungsunternehmens zeichne sich immer deutlicher ab, dass sich kurzfristige Einsparungen, wie sie durch den Einsatz von günstigen Arbeitskräften in Wachstumsländern wie zum Beispiel Indien erzielt werden, nicht fortsetzen werden. Multinationale Unternehmen müssten sowohl das aktuelle Gehaltsgefüge als auch die in Zukunft zu erwartenden Gehaltssteigerungen ins Auge fassen, wenn sie darüber nachdenken, in welchen Ländern sie verstärkt Personal aufbauen wollen.

Beschäftigte in Westeuropa können durchschnittlich mit einem Gehaltszuwachs von 3,4% bei einer voraussichtlichen Inflationsrate von 1,3% rechnen. Der höchste durchschnittliche Anstieg in Europa wird zum fünften Mal in Folge für Griechenland prognostiziert, mit durchschnittlich 5% Gehaltssteigerung bei einer Inflationsrate von 3,2%. Beschäftigte in Irland können mit Gehaltssteigerungen von 4,7% und einer voraussichtlichen Inflationsrate von 2,1% rechnen. Die niedrigste durchschnittliche Gehaltssteigerung in Westeuropa ist in der Schweiz zu erwarten. Hier dürften die Gehälter lediglich um 2,5% steigen. Aufgrund der niedrigen Inflationsrate von nur einem% ist aber dennoch mit einer realen Gehaltssteigerung von 1,5 Prozentpunkten zu rechnen.

In Osteuropa wird mit 6,9% eine sehr hohe durchschnittliche Inflationsrate erwartet. Die Gehälter werden in dieser Region aller Voraussicht nach um durchschnittlich 2,3% zulegen. Die größte Steigerung wird für Russland prognostiziert. Die Beschäftigten dort können mit einem durchschittlichen Anstieg der Gehälter um 10,2% bei einer Inflationsrate von 7,5% rechnen. Schlusslicht in Osteuropa ist Serbien: Hier werden die Gehälter im Durchschnitt voraussichtlich zwar um 4,8% steigen, jedoch muss von einer Inflationsrate von 6,1% ausgegangen werden.

Osteuropa bleibe für europäische und multinationale Unternehmen schon aufgrund seiner Nähe zu Westeuropa weiterhin sehr interessant, glaubt das Beratungsunternehmen Mercer.. Die Studie zeige, dass die Gehaltssteigerungen in den osteuropäischen Ländern deutlich niedriger ausfallen werden als zum Beispiel in Indien. Damit nehme die Attraktivität von Osteuropa als Wirtschaftsstandort weiter zu.

Die in über 60 Ländern erhobenen Daten des „Mercer Global Compensation Planning Report 2008“ decken fünf Arbeitnehmerbereiche ab: Führungskräfte, Geschäftsleitung, Verkauf/Vertrieb, Administration und technisches Fachpersonal. Die Studie ist kostenpflichtig bei Mercer erhältlich. (ots/ml)

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