Erwartungen an Mittel- und Osteuropa erneut geringer

Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten haben sich für die Region Mittel- und Osteuropa zum dritten Mal in Folge verschlechtert. Das ergab die monatliche Umfrage „Financial Market Report CEE“ vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Im Dezember liegt der Konjunkturindikator „Central and Eastern Europe“ (CEE) bei -22,7 Punkten. Der Rückgang von 5 Punkten fällt allerdings geringer als in den Vormonaten aus.

Anzeige
c't wissen - DSGVO 2020 in der Praxis

Die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage in der Region verschlechtert sich dagegen stärker als in den vergangenen Monaten. Der Anteil der Finanzexperten, die der österreichischen Wirtschaft eine gute aktuelle Lage bescheinigen, ist in der Dezemberumfrage zurückgegangen. Auch die künftige Wirtschaftssituation beurteilen die Experten pessimistischer.

Die Ergebnisse der Umfrage im Dezember deuten auf eine weiterhin positive Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage der mittel- und osteuropäischen Länder hin. Diese wird jedoch von einer abnehmenden Zahl an Experten bekundet. Der Anteil der Analyseteilnehmer mit neutralen Aussichten ist hingegen gestiegen. Der Saldo ist um 17,8 auf 33,2 Punkte zurückgegangen.

Für Österreich kommt in diesem Monat die Verschlechterung der Konjunkturerwartungen am stärksten zur Geltung. Der Anteil der befragten Finanzexperten, die mit einer Konjunktureintrübung in den nächsten 6 Monaten rechnen, ist um 15,7 Prozentpunkte gestiegen. Der entsprechende Saldo ist somit auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Umfrage (-36,5 Punkte) gefallen. Obwohl weiterhin keine Experten die aktuelle Lage der österreichischen Wirtschaft als negativ beurteilen, ist der Saldo um 17 auf 45,5 Punkte gesunken. Dies ist auf den geringeren Anteil der Teilnehmer, die die Lage als gut bewerten, zurückzuführen (Rückgang von 62,5 auf 45,5%).

Die Erwartungen im Hinblick auf die Veränderung der Inflationsrisiken in den CEE Ländern sind heterogen. Während die Experten für die Tschechische Republik und Rumänien eine Minderung des Risikos eines Inflationsanstiegs sehen, steigt dieses Risiko aus ihrer Sicht für Österreich, die Slowakei, Polen und Kroatien sowie für die CEE Region als Ganzes. Zum ersten Mal prognostizieren sie keinen Rückgang der Inflationsrate für Ungarn. Der Saldo ist von -16,4 auf 0,0 Punkte gestiegen.

Hinsichtlich der kurzfristigen Zinsen ist der Anteil der Experten, die eine Zinserhöhung im nächsten Halbjahr für wahrscheinlich halten, für alle untersuchten Länder gestiegen. Nur für die Eurozone sinkt der Saldo leicht um 4,0 Punkte auf 2,0 Punkte. Immer noch mehr als die Hälfte der Experten erwartet allerdings keine Veränderung der kurzfristigen Zinsen.

Der Finanzmarkttest CEE ist eine monatliche Umfrage unter Finanzmarktexperten, die das ZEW Mannheim mit Unterstützung der Ersten Bank der österreichischen Sparkassen, Wien, durchführt. Bei den beurteilten Volkswirtschaften handelt es sich um die Regionen Mittel- und Osteuropa und den Euroraum sowie Tschechische Republik, Polen, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Rumänien und Österreich. Detaillierte Ergebnisse zu den einzelnen mittel- und osteuropäischen Staaten sowie zu Österreich enthält der „Financial Market Report CEE“ vom Dezember 2007, der als Download in Englisch zur Verfügung steht. (ZEW/ml)