Fast ein Drittel der Europäer macht mal blau

Stress mit den Kollegen, zu wenig Urlaubstage oder keine Lust zum Arbeiten – knapp ein Drittel der europäischen Angestellten hat sich in diesem Jahr schon einmal krank gemeldet, obwohl keine akute Erkrankung vorlag. Das hat eine Online-Umfrage des Karriereportals Monster unter etwas mehr als 27.000 Arbeitnehmern aus 16 europäischen Ländern ergeben.

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12% gaben an, ein bis zwei Tage unberechtigt gefehlt zu haben, 6% der Befragten schwänzten drei bis vier Tage. Fast jeder Zehnte zeigte sich gänzlich unmotiviert und gab zu, mehr als vier Tage gesund zu Hause geblieben zu sein. Immerhin gaben 73% an, sich noch nie unberechtigterweise krank gemeldet zu haben.

Wenn sich die Europäer unerlaubt krank melden, dann meistens nur für ein bis zwei Tage. Die Dänen bilden hier eine Ausnahme: 13% gaben zu, in diesem Jahr mehr als vier Tage unberechtigterweise im Job gefehlt zu haben. Eine erstaunliche Zahl, wenn man bedenkt, dass die Dänen einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen haben. Belgische und irische Angestellte neigen am häufigsten dazu, sich einen oder mehrere Tage krank zu melden, obwohl sie eigentlich gesund sind. Das gab fast die Hälfte der Befragten in beiden Ländern an. Belgier und Iren haben mit einem Urlaubsanspruch von nur 20 Tagen im europäischen Vergleich mit die wenigsten freien Tage pro Jahr zur Verfügung.

In Tschechien dagegen, wo Angestellte je nach Berufung bis zu 40 Urlaubstage erhalten, wird selten geschummelt. Nur 9% der Befragten gaben dort an, sich schon einmal unberechtigterweise krank gemeldet zu haben. Auch die Deutschen haben eine relativ gute Arbeitsmoral: 80% der Umfrageteilnehmer haben noch nie eine Krankheit vorgetäuscht, um zu Hause zu bleiben. 9% fehlten mehr als vier Tage. Ein bis zwei unberechtigte Krankheitstage gaben 8% zu, und nur 3% blieben drei bis vier Tage daheim. (ots/ml)