Wischmop-Hersteller bietet Druckerfilter an

Lange Zeit war der Filterhersteller Dexwet Alleinanbieter für Druckerfeinstaub-Filter. Nun hat der Druckerfilterpionier Dexwet mächtige Konkurrenz bekommen:

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© Heise Business Services

Die Unternehmensgruppe Freudenberg, ein Schwergewicht in der Filterbranche und unter Vliesstoff-Herstellern – beispielsweise Produzent der bekannten Vileda-Produkte, sieht großes Marktpotential im Bereich Feinstaubfilter für Laserdrucker – und bietet nach eingehender Prüfung seit Januar einen Laserdrucker-Feinstaubfilter an.

Der Freudenberg-Feinstaubfilter wird unter dem Markennamen micronAir office vertrieben und soll in Zukunft für nahezu alle Laserdrucker und Kopiergeräte kompatibel sein.
Die Wirksamkeit des Filters ließ sich Freudenberg durch den TÜV-Nord bescheinigen. Der TÜV stellt fest: Der Feinstaubfilter reduziert die Partikelemission – zwischen 0,1 bis 2,0 Mikrometer werden zu mindestens 85 Prozent der Partikel abgeschieden (abgeschieden: ~gefiltert Anm. d. Red.).

Im Gegensatz zum Dexwet-Filter (der einem Ölfilter gleicht) setzt Freudenberg einen Gewebefilter ein. Der micronAir-Filter  kann daher nicht die gleiche Luftdurchlässigkeit wie der Dexwet-Filter vorweisen, trotzdem besteht keine Hitzestaugefahr wenn man die Filter an die Lüftungsöffnungen der Druckgeräte anbringt – sagt der Freudenberg. Das hätten, so der Hersteller, ausführliche Tests im Vorfeld belegt.
Der Preis pro Filter liegt im Handel zwischen 20 und 30 Euro und soll 70.000 Druckseiten oder 12 Monate lang halten.

Fazit: Während Dexwet von Geräteherstellern gerne als kleine „Filterklitsche“ belächelt wurde, betritt nun ein international renommiertes Unternehmen die Bühne – das milde Lächeln dürfte langsam aber sicher einem Stirnrunzeln weichen.

Denn Freudenberg scheint großen Bedarf für das Filtern von Feinstaub-Laserdruckemissionen zu sehen – indirekt ein Ritterschlag für Dexwet. Freudenberg wird seine Filter sicherlich über ein gut ausgebautes Händlernetz an den Mann bringen und generell die Aktzeptanz von Feinstaubfilter für Druckgeräte steigern. Bleibt abzuwarten, ob genügend Platz am Markt für zwei Filtersysteme ist. Bis heute ungeklärt ist die Garantie-Frage. Kann der Gerätehersteller Garantieleistungen verweigern, wenn ein Filter nachträglich an die Lüftungsöffnungen geklebt wurde? Zweifelsohne beeinflusst ein Filter die Be- und Entlüftung des Geräts und verändert somit die Betriebstemperatur im Druckergehäuse. Ob die Veränderung so kritisch ist, dass die Garantie erlischt – darüber streiten sich Geräte und Filterhersteller noch.