Der Fruchthandel trifft sich in Berlin

Der Handel mit Früchten ist ein wesentlicher Bestandteil des globalen Handels. Den Akteuren der Branche steht nun in Berlin ein wichtiger Termin bevor, die Fachmesse „Fruit Logistica„. Auf ihr treffen sich vom 7. bis 9. Februar Händler und Aussteller aus aller Welt. Eine besondere Rolle wird in diesem Jahr Marokko mit seinem bislang größtem Messeauftritt einnehmen. Es geht um ein – im wahrsten Sinn des Wortes – Milliarden Tonnen schweres Geschäft.

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© Heise Events

Auf der Berliner Messe werden 2110 Aussteller (2007: 1.856, +13%) aus allen Kontinenten Produkte und Dienstleistungen des grünen Sortiments zeigen. In den 25 Messehallen des Berliner Messegeländes werden 68 Länder vertreten sein, darunter erstmals Aussteller aus Lettland, Madagaskar und Uruguay. Der Anteil ausländischer Aussteller beträgt rund 88%. Marokko wird sich auf der „Fruit Logistica“ als Partnerland vorstellen und als größter Obst- und Gemüseproduzent Afrikas alle wichtigen Exportunternehmen des Landes präsentieren. Rund 45.000 Fachbesucher der Fruchthandelsbranche aus mehr als 120 Ländern werden auf der dreitägigen Fachmesse und den begleitenden Konferenzen erwartet.

Welchen Stellenwert der Fruchthandel wirtschaftlich besitzt, wird schnell an konkreten Zahlen klar: Nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP) wurden 2006 weltweit knapp 800 Millionen Tonnen Gemüse und gut 650 Millionen Tonnen Obst erzeugt. In den grenzüberschreitenden Handel als Frischprodukt gelangen bei den wichtigsten Obstarten gut 10% der Welterzeugung, bei Frischgemüse sind es dagegen nur 3 bis 4%. Die weltweit bedeutendste Importregion für frisches Obst und Gemüse ist die EU, gefolgt von Nordamerika, Japan und zunehmend auch Russland.

Nach dem Anstieg der EU-Obstproduktion im Jahr 2006 um knapp 4% auf die Rekordmenge von etwa 38 Millionen Tonnen schätzt die ZMP die Obsternte 2007 auf 34 Millionen Tonnen (EU-27), – die kleinste Obsternte seit langem. Ausfälle gab es vor allem in Osteuropa durch Spätfröste, aber auch die Zitrusernte im Mittelmeerraum fiel kleiner aus. Bei Gemüse wurden nach dem Rückgang im Vorjahr 2007 mit circa 65 Millionen Tonnen wieder 2% mehr geerntet. In Mitteleuropa gab es in einigen Ländern (z.B. Polen und Deutschland) die höchsten Gemüseernten der letzten zehn Jahre.

Die Obsternte im deutschen Marktanbau erreichte mit 1,4 Millionen Tonnen den höchsten Wert der letzten fünf Jahre, die Marktproduktion von Gemüse übertraf mit 3,4 Millionen Tonnen sogar das bisherige Rekordergebnis des Jahres 2004. Gut 2400 Unternehmen im Fruchthandel erwirtschafteten 2006 in Deutschland nach Schätzungen der ZMP circa 18 Milliarden Euro Umsatz. Kein Wunder, denn jeder Bundesbürger isst im Jahr 207,5 Kilogramm Obst und Gemüse

Die Messe ist vom 7. bis 9. Februar täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Tipp: Beim Online-Kartenkauf sind die Eintrittskarten günstiger erhältlich als an der Tageskasse. (ots/ml)