Feinstaub aus Schweinehirn

Manchmal ist die Realität surrealer als die Fiktion – wie in diesem Falle: Die Sueddeutsche meldet: Feinstaub aus Schweinehirn – 13 Arbeiter einer US-Fleischfabrik an mysteriöser Nervenkrankheit erkrankt. Vermutlich hängt ihr Leiden mit der Technik des „Hirnausblasens“ zusammen.

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Die Schlachter bliesen während des Zerlegungsprozess des Tiers das Hirn aus dem Schädel – das so herausgelöste Hirn wurde als Nahrungsmittel nach China, Korea und in den Süden USA weiterverkauft.

Erstmals fiel die Erkrankung einer Übersetzerin auf, die den lateinamerikanischen Schlachthofarbeitern in einem Austiner Krankenhaus zur Seite steht. Im vergangenen September erkannte sie, dass mehrere Personen, die für „Quality Pork Processors“ tätig waren, über ähnliche Symptome klagten. Sie waren schwach, müde und spürten ein Kribbeln und Brennen in Armen und Beinen bei gleichzeitigem Taubheitsgefühl. Erste Tests stellten fest, dass die Nerven ihrer Extremitäten entzündet waren.

Sicher, der Fall hat absolut NICHTS mit Druckeremissionen zu tun. Trotzdem zeigt er anschaulich, wie Feinstäube Mediziner vor Rätsel stellen.

Einen Mundschutz trugen die Arbeiter nicht, da die US-Behörde für Arbeitsschutz das Verfahren für unbedenklich hielt. Schweinehirn ist eigentlich ein harmloses, essbares Produkt – als Feinstaub scheint es aber eine toxische Wirkung zu entfalten. Mediziner vermuten eine Autoimmunreaktion. Offenbar greift das körpereigene Abwehrsystem einen Bestandteil der Hirnmasse an. Der ähnelt womöglich so stark den Nervenzellen des eigenen Körpers, dass diese ebenfalls zur Zielscheibe der eigenen Abwehr werden.

Was man daraus lernt? Nichttoxische Stoffe können durch ihre physikalisch geringe Größe toxisch werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass Druckeremissionen toxisch sind.