Coffee-Shops boomen dank Lifestyle-Faktor

Coffee-Shops sind Trendsetter für den Kaffeekonsum der Deutschen. Ihre steigenden Anzahl zeige, dass sich der Kaffeegenuss in Deutschland zum Lifestyle-Faktor entwickelt, freut sich Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes in Hamburg. Derzeit gibt es rund 1400 Coffee-Shops in Deutschland.

Ihr Vorbild hat Auswirkungen auf den gesamten Markt für Kaffee. Die Shops offerieren eine Vielfalt von Zubereitungsmöglichkeiten, die sich der Konsument zunehmend auch für zu Hause wünscht. Das sei auch der Grund, warum insgesamt der Markt für Espresso rasant wachse, erläutert Preibisch einen der offensichtlichsten Trends im Markt.

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum von Kaffee allgemein betrug laut Verband im vergangenen Jahr 146 Liter. Das entspricht zwar nur dem Vorjahresniveau, ist jedoch mehr, als an Mineral- und Heilwasser (130,4 Liter, Konsum 2007) oder Bier (116 Liter, Konsum 2006) getrunken wurde. Kaffee ist damit das meist konsumierte Getränk in Deutschland.

Espresso und Caffè Crema konnten im Vergleich zum Vorjahr um 20% zulegen. Im Jahr 2007 betrugen die Importe aus Italien 16.000 Tonnen, während 20.000 Tonnen Espresso und Caffè Crema aus deutscher Produktion konsumiert wurden. Damit konsumierten die Deutschen erstmals mehr Espresso und Caffè Crema aus deutscher Röstung als aus Italien importierte Ware.

Besonders der Markt für Kapseln und Pads ist gewachsen. „Die Deutschen haben im vergangenen Jahr noch stärker auf Convenience gesetzt. Pad- und Kapselsysteme konnten im letzten Jahr ein fantastisches Wachstum von 50% auf 21.000 Tonnen verzeichnen“, sagt Preibisch. Grund dafür seien unter anderem die steigende Anzahl an Single-Haushalten und eine immer schnelllebiger werdende Gesellschaft, die zunehmend Kaffee auf Knopfdruck nachfragt.

Klassiker bleibt der Filterkaffee. Er hat im Haushaltssegment einen Marktanteil von rund 80%. Röstkaffee insgesamt konnte ein leichtes Wachstum von rund 0,5% verzeichnen. Vom puren löslichen Kaffee wurde rund 1% mehr abgesetzt als im Vorjahr. Im Ganzen wurden für den deutschen Markt 512.020 Tonnen Rohkaffee zu 394.000 Tonnen Röstkaffee und zu 16.600 Tonnen löslichem Kaffee verarbeitet.

Trotz deutlich höherer Rohkaffeepreise und gestiegener allgemeiner Kosten, wie zum Beispiel für Energie und Personal, blieb der Durchschnittspreis für 500 Gramm Röstkaffee im Jahr 2007 nahezu unverändert und lag im Mittel bei 3,76 Euro. Insgesamt bewegte sich der Umsatz der deutschen Kaffeebranche trotz eines leichten Anstiegs im Konsum auf Vorjahresniveau bei 4,25 Milliarden Euro.
(ots/ml) ENGLISH

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0 Kommentare:

  1. Die vom Deutschen Kaffeeverband jährlich herausgegebenen Zahlen sind, daran ist kein Zweifel zu äußern, als sehr zuverlässig einzustufen.

    Bei all dem Zahlenwerk stelle ich mir aber folgende Frage: was heißt im konkreten Fall eigentlich „konsumieren“? Heißt es in einem engeren Sinne „trinken“ oder in einem eher allgemeinen Sinne „verbrauchen“. Oder anders formuliert: Was passierte tatsächlich mit den 146 Litern Kaffee (incl. des immer mehr an Anteilen gewinnenden Espresso), die 2007 pro Kopf „konsumiert“ wurden? Betrachtet man sich nämlich ein mal aus der Nähe, wie viel Kaffee und Espresso in Büros und Haushalten zwar täglich zubereitet, letztlich aber nicht getrunken, sondern weggeschüttet werden, dann komme ich zu der naheliegenden Schlussfolgerung, dass von den 146 Litern Kaffee pro Kopf ein nicht unbedeutender Teil gar nicht erst zum Kopf gelangen! Die 146 Liter werden zwar statistisch pro Kopf „verbraucht“, aber eben nur zu einem gewissen Teil „getrunken“.

    Nehmen wir ein mal an, dass von den im Jahr 2007 in Deutschland pro Kopf konsumierten 130,4 Litern Heil- und Mineralwasser weniger weggeschüttet werden als Kaffee und Espresso, dann hätte man unter Umständen die kuriose Situation, dass auf der einen Seite zwar mehr Kaffee und Espresso konsumiert, auf der anderen Seite aber de facto mehr Heil- und Mineralwasser getrunken werden! Eine Datenerhebung, die diesen Aspekt einschließen würde, würde mit goßer Wahrscheinlichkeit „enthüllende“ Ergebnisse liefern.
    Hans-Jürgen Langenban, Maskal – fine coffee company, http://www.maskal.de

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