E-Mail-Nutzung hängt vom Bildungsniveau ab

Intensive E-Mail-Nutzer müssen für Marketingexperten eine Traumzielgruppe sein. Wie die gemeinsame Studie Webmonitor des Branchenverbands BITKOM und des Umfrageinstituts Forsa ergab, sind die intensivsten E-Mail-Schreiber gebildet, jung und männlich. So versenden nur 30% der Deutschen mit Hauptschule täglich private Mails. Bei Deutschen mit Realschulabschluss sind es bereits 46% und bei ehemaligen Abiturienten sogar 67%.

Anzeige
c't wissen - DSGVO 2020 in der Praxis

Neben dem Bildungsgrad hängt die private Email-Nutzung auch vom Alter ab. Von den 14- bis 29-Jährigen nutzen täglich fast drei Viertel E-Mails für private Kontakte, bei den 45- bis 59-Jährigen ist es knapp die Hälfte, bei den über 60-Jährigen noch gut ein Viertel. Unterschiede zeigen sich zudem beim Geschlecht. So verschicken 59% der Männer täglich private Mails, bei den Frauen sind es nur 43%.

Angesichts der geringen Nutzung in den unteren Bildungsbereichen sieht der BITKOM allerdings die Politik in der Pflicht, denn die IT-Ausstattung der deutschen Schulen sei so schlecht wie in kaum einem anderen europäischen Land. Dabei seien grundlegende IT-Kenntnisse und -Erfahrungen in den meisten Berufen heute Standard und eine Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben. Informatik solle deshalb Pflichtfach sein, und neue Medien im gesamten Fächerkanon als Lehr- und Lerninstrument standardmäßig eingesetzt werden, so der Verband weiter.

(BITKOM/ml)

MittelstandsWiki meint: Der Schluss, die Werte für E-Mails alleine spiegelten die Internet-Aktivität der einzelnen Gruppen richtig wider, könnte ein Trugschluss sein, da es viele unterschiedliche Formen der Kommunikation über das Internet gibt. Für einen quantitativ aussagekräftigen Vergleich müssten die Werte aller Kommunikationsformen herangezogen werden. So ist bei jungen Internet-Nutzern mit geringerem Bildungsgrad eventuell das Chatten in Echtzeit verbreiteter als die zeitverzögerte Kommunikation per E-Mail. Umgekehrt chatten Menschen mit Abitur eventuell weniger, weil sie in ihrem Beruf zeitlich stärker engagiert sind und daher eine asynchrone Kommunikation bevorzugen. Wir sagen nicht, dass dem so ist, aber es könnten derartige Effekte die scheinbaren Unterschiede bei genauerer Betrachtung relativieren. (ml)