Obst-, Gemüse- und Kartoffelprodukte bleiben rentabel

Die obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitende Branche konnte das wirtschaftliche Ergebnis im Vergleich zu 2006 trotz explodierender Kostenfaktoren konstant halten, verkündete der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) anlässlich seiner aktuellen Mitgliederversammlung.

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Mit einem Gesamtumsatz der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie von rund 3.5 Milliarden Euro und 1,1 Milliarden Euro der kartoffelverarbeitenden Industrie steht diese Branche an sechster Stelle der deutschen Ernährungsindustrie.

Diese Produkte stünden dank entsprechender Ernährungstrends und kommender Empfehlungen von DGE und WHO für eine ausgewogene Ernährung im Mittelpunkt des Verbraucherinteresses. Die unverändert hohe Exportquote von 16% zeige außerdem, dass die Angebote der Branche auch im Ausland ein hohes Ansehen haben, machte der Vorsitzende des BOGK, Konrad Linkenheil, den Mitgliedern Mut.

Alerdings haben die im vergangenen Jahr explodierten Rohstoffpreise und die kontinuierlich steigenden Kosten für Energie, Verpackung, Fracht oder Löhne die Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitungsindustrie laut Verband in eine schwierige Situation gebracht. Trotz aller Bemühungen, diese Kostensteigerungen im Handel über entsprechende Preissteigerungen aufzufangen, konnte kein voller Ausgleich geschaffen werden.

Die zunehmende Konzentration im Lebensmittelhandel erschwere darüber hinaus dringend benötigte Preiserhöhungen, bedauert der BOGK. Zugleich erwarte der Handel und der Verbraucher ein umfassendes Angebot, das kontinuierlich auf aktuelle Ernähungstrends eingehe und den wachsenden Qualitätsansprüchen gerecht werde. Sollen diese Erwartungen erfüllt werden, müssen die Unternehmen der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie nicht nur kostendeckende Preise erzielen, sondern auch entsprechende Investitionen tätigen können, rechneten die Experten vor.

Im EU-Vergleich falle auf, dass eine hohe Konzentration im Lebensmittelhandel auch mit einem hohen Verbraucherpreisniveau und starken Preissteigerungen einhergehe. Im Durchschnitt erzielten die Unternehmen in Deutschland laut Verband für verarbeitetes Obst und Gemüse Preissteigerungen von 1,8% beim Verkauf an den Handel – und damit nur rund die Hälfte der Preiserhöhungen in der EU insgesamt. Die zunehmende Konzentration des Lebensmittelhandels finde deshalb als Gefahr für die Preisstabilität bisher zu wenig Beachtung, warnte Linkenheil auf dem Treffen.

(ots/ml)