Das deutsche Wirtschaftswachstum normalisiert sich

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft verliert an Kraft, auch wenn das Niveau noch immer hoch ist. So lautet die Kernaussage des DIW-Konjunkturbarometers. Die monatliche Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin prognostiziert deshalb für die Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal ein Wachstum von 0,2%, gemessen am saison- und kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts.

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Der deutliche Rückgang der laufenden Wachstumsrate sollte nach Meinung des Berliner Wirtschaftsinstituts aber nicht als konjunktureller Einbruch, sondern als Normalisierung nach einem sehr kräftigen Wachstum im Winterquartal gewertet werden, denn selbst mit diesen Werten wird das Wachstum der deutschen Volkswirtschaft am Ende des ersten Halbjahrs bereits über dem Durchschnitt der Jahreswerte der letzten acht Jahre liegen.

Für das Produzierende Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) zeichnet sich nach dem rasanten Wachstum im ersten Quartal (mit einem Wertschöpfungszuwachs von 1,7%) eine deutliche Dämpfung ab. Für das laufende Quartal sei nur noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von knapp 0,4% zu rechnen, so das Institut. Das allerdings wäre dann die niedrigste Rate seit drei Jahren. Insgesamt dürfte vor allem das Auslandsgeschäft der Investitionsgüterproduzenten die weitere Expansion tragen.

In der Bauwirtschaft kommt es im zweiten Quartal voraussichtlich zu einem kräftigen Rückgang der Produktionstätigkeit. Das Minus gegenüber dem Vorquartal beläuft sich dabei auf 3,3%. Insgesamt dürfte die Bauwirtschaft somit das erste Halbjahr mit einem Zuwachs von gut 1% abschließen.

Der Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr, der im ersten Quartal noch um 2,1% zulegen konnte (dem höchsten Anstieg seit acht Jahren), muss sich im laufenden Quartal auf nur noch sehr geringe Zuwächse von 0,2% einstellen. Deutlich stärker entwickeln sich hingegen die unternehmensnahen Dienstleistungen, die um 0,6% zulegen können. Für die übrigen Dienstleistungen wird ein Anstieg um knapp 0,3% erwartet. (DIW/ml)