Dienstleistungsbranchen bleiben Jobmotor

Mehr als 6,4 Millionen Menschen fanden 2006 in rund 715.300 Unternehmen und Einrichtungen in Dienstleistungsbereichen Arbeit. Das waren knapp 400.000 Beschäftigte (6,6%) mehr als 2005. Diese Entwicklung scheint sich auch bis ins erste Quartal 2008 fortgesetzt zu haben. Das lassen zumindest die aktuellen Ergebnisse der „Konjunkturstatistischen Erhebung“ vermuten, die vom Statistischen Bundesamt alle drei Monate in ausgewählten Dienstleistungsbereichen durchgeführt werden.

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Zu den ausgewählten Dienstleistungsbereichen zählen die sehr heterogenen Wirtschaftszweige Verkehr, Nachrichtenübermittlung, Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen, Datenverarbeitung und Datenbanken, Forschung und Entwicklung sowie sonstige unternehmensnahe Dienstleistungen.

Die jährliche Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich, für die lediglich Stichproben genommen werden, lassen eine Umsatzsteigerung zwischen den Jahren 2005 und 2006 um 55,9 Milliarden Euro (+ 8,0%) auf 755,8 Milliarden Euro vermuten.

Interessant ist die Struktur der Unternehmen und Einrichtungen in diesen Dienstleistungsbereichen. Fast drei Viertel der Unternehmen und Einrichtungen (73,1%) hatten 2006 einen Jahresumsatz von weniger als 250.000 Euro. Sie erzielten aber insgesamt nur 5,9% der in diesen Bereichen erwirtschafteten Umsätze und beschäftigten nur 15,3% der insgesamt tätigen Personen.

Im Bereich Verkehr arbeiteten mehr als 1,3 Millionen Personen in knapp 85.750 Unternehmen. Sie trugen zur Jobzunahme mit einem Plus von 43.500 Personen (+ 3,4%) bei. Die knapp 9 400 Unternehmen aus dem Bereich der Nachrichtenübermittlung (mit Post- und Kurier­dienstleistern) beschäftigten im Jahr 2006 knapp 648 650 Personen (3,6% mehr als im Vorjahr). Im Bereich der Datenbanken und Datenverarbeitung waren 2006 mehr als 51.750 Unternehmen tätig. Hier entstanden 20.150 neue Arbeitsplätze zwischen 2005 und 2006.

Über 363.050 Unternehmen (22.950 mehr als im Jahr 2005) waren im Wirtschaftsbereich der sonstigen unternehmensnahen Dienstleister tätig, von denen 68,3% als Einzelunternehmen geführt wurden. Dieser Bereich umfasst Unternehmen und Einrichtungen mit sehr heterogenen wirtschaftlichen Tätigkeiten, darunter Freiberufler wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Architekten, aber auch Reinigungsfirmen, Detekteien und Inkassobüros. Der Rolle als Jobmotor wurden diese Dienstleister erneut gerecht. Mit 3,4 Millionen Personen war hier mehr als die Hälfte (53,5%) aller Beschäftigten der insgesamt untersuchten Bereiche tätig. Im Vorjahresvergleich stieg die Anzahl der Arbeitsplätze in dieser Gruppe um mehr als 277.950 (+8,8%). (Statistisches Bundesamt/ml)ENGLISH