Erzeugerpreise in der EU steigen immer schneller

Die Erzeugerpreise in Europa steigen immer schneller. Das bestätigen die jüngsten Zahlen des europäischen Statistischen Amts Eurostat. In der Eurozone (EZ15) stieg der Erzeugerpreisindex der Industrie allein zwischen April und Mai um 1,2%. In der umfangreicheren EU27 betrug die Zunahme sogar 1,3%. Im Vormonat April lag der Anstieg gegenüber dem März noch bei 0,9% bzw. 1,1%.

Die Grafik verdeutlicht die Entwicklung seit Mai 2006. Deutlich zu sehen ist die weitgehend durchgängige Beschleunigung der Teuerung seit Herbst letzten Jahres, abgesehen von einigen wenigen Plateaus.

Monatliche Veränderungen

Ohne die Teuerungen im Energiesektor stiegen die Erzeugerpreise im Durchschnitt aller Industriebereiche  zwischen April und Mai 2008 in der Eurozone um 0,3% und in der EU27 um 0,4%. Die Preise im Energiesektor nahmen um 4,1% bzw. 3,3% zu. Vorleistungsgüter verzeichneten Anstiege von 0,5% in der Eurozone und von 0,7% in der EU27. Verbrauchsgüter nahmen um 0,1% in der Eurozone und 0,3% in der EU27 zu. In beiden Gebieten stiegen Investitionsgüter um 0,2% und Gebrauchsgüter um 0,1%.

Von den Mitgliedstaaten, deren Daten bereits bekannt sind, erlitten Dänemark (+3,0%), Griechenland und Großbritannien (je +1,7%) die heftigsten Teuerungen. Einen Preisrückgang gab es nur in Schweden (-0,3%).

Jährliche Veränderungen

Vergleicht man die durchschnittliche Preiserhöhung aller Industriebereiche, aber ohne den Energiesektor im Zeitraum zwischen Mai 2007 und Mai 2008, dann erhöhten sich die Erzeugerpreise in der Eurozone um 3,8% und in der EU27 um 4,3%. Im Energiesektor stiegen die Preise im gleichen Zeitraum um 18,2% bzw. 22,7%. Verbrauchsgüter legten in der Eurozone um 4,8% und in der EU27 um 5,2% zu. Vorleistungsgüter verzeichneten einen Anstieg von 4,3% bzw. 5,2%. Gebrauchsgüter stiegen in beiden Gebieten um 2,3%. Investitionsgüter nahmen um 1,8% in der Eurozone und 2,0% in der EU27 zu.

Unter den Mitgliedstaaten mit bekannten Daten stiegen die Preise in Dänemark (+18,4%), Großbritannien (+16,5%) und Litauen (+15,1%) am stärksten. Über die niedrigsten Steigerungen konnten sich die Bewohner der Tschechischen Republik (je +5,2%) und Schwedens (+5,7%) freuen.

(Eurostat/ml)

Anmerkung:

  • Eurozone (EZ15): Belgien, Deutschland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Finnland. Zypern und Malta.
  • EU27: Belgien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Finnland, Schweden und Großbritannien

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