Forschung im Ausland stärkt Jobs im Inland

Was viele Gewerkschafter und linke Politiker als Verlagerung qualifizierter Jobs und damit als unsozial verdammen, sichert in Wirklichkeit deutsche Arbeitsplätze. Eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ergab, dass kleine und mittlere Unternehmen, die im Ausland forschen, im Inland ein deutlich stärkeres Beschäftigungswachstum aufweisen, als jene KMU, die Forschung und Entwicklung ausschließlich in Deutschland betreiben.

So ist die Beschäftigung in deutschen KMU, die im Jahr 2005 Forschung und Entwicklung im Ausland betrieben, innerhalb von zwei Jahren (Ende 2004 bis Ende 2006) um rund 10% gewachsen. In den Unternehmen, die allein in Deutschland forschen, hat die Beschäftigung in diesem Zeitraum hingegen nur um rund 5% zugenommen.

Die Studie macht deutlich, dass die weitverbreitete Befürchtung, Forschung und Entwicklung im Ausland führe zum Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland, weitgehend unbegründet ist. Zumindest im Bereich der KMU ist sogar das Gegenteil der Fall. Das externe Know-how, das durch die Internationalisierung in das heimische Unternehmen einfließt, kann die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens insgesamt erhöhen und damit Wachstumsimpulse am Heimatstandort auslösen.

Die Studie mache auch deutlich – so das Mannheimer Institut – welche Eigenschaften eines Unternehmens die Entscheidung, im Ausland zu forschen, besonders begünstigen. So finden sich unter ihnen viele, die bereits vor ihrem Auslandsengagement kontinuierlich in Deutschland geforscht und entwickelt haben. Auch Unternehmen, die durch den Export ihrer Waren und Dienstleistungen bereits mit den Bedingungen auf Auslandsmärkten vertraut sind, sind eher bereit, das Risiko des Aufbaus von entsprechender Aktivitäten im Ausland auf sich zu nehmen. Dies gilt auch für KMU, die bereits Erfahrungen mit dem Schutz ihres geistigen Eigentums auf Auslandsmärkten gesammelt haben. Besonders aufgeschlossen sind jene KMU gegenüber Auslandsaktivitäten, die sich auf innovationsbasierte Nischenmärkte spezialisiert haben.

Die Studie stützt sich auf Daten des Mannheimer Innovationspanels, einer repräsentativen Befragung von rund 27.500 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bergbaus sowie des Dienstleistungsbereichs in Deutschland.

(ZEW/ml)