Neue Warnzeichen für gefährliche Chemikalien

Das Europäische Parlament verabschiedete am Mittwoch letzter Woche die neue europäische Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung chemischer Produkte. Das „Globally Harmonised System of Classification and Labelling“ (GHS) ist damit Bestandteil des EU-Rechts geworden. Das GHS sieht zum Teil völlig neue Kennzeichnungselemente vor. Die neuen Piktogramme haben die Form einer rot umrandeten Raute mit schwarzem Piktogramm auf weißem Grund und warnen bildhaft vor den Gefahren.

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© Heise Events

Die derzeit gültigen Symbole (orangegelber Grund) werden ab dem Zeitpunkt der Einführung durch die neuen Symbole ersetzt. Für Stoffe wird die neue GHS-Kennzeichnung ab dem 1.12.2010 verbindlich, für Gemische ab dem 1.6.2015. Zusätzlich zu den Piktogrammen wird mit einem von zwei möglichen Signalwörtern der Gefährdungsgrad beschrieben: „Gefahr“ oder „Warnung“. Neben den neuen Symbolen gibt es zum Teil neue Einstufungskriterien und Grenzwerte.

Unter die neue Verordnung fallen laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beispielsweise Lösungsmittel für den Heimwerkereinsatz, Lacke und Farben sowie Haushaltsreiniger. Hersteller können ihre Produkte ab Dezember mit neuen Warnsymbolen versehen. Die Kennzeichnungsverordnung sieht neun neue Symbole vor, von denen sechs für Verbraucher relevant sind (siehe Tafel links).

Neu ist, dass die Kennzeichnung künftig zwischen Chemikalien unterscheidet, die akut wirken und unmittelbar zu einer Vergiftung führen können, und solchen Stoffen, die die Gesundheit auf andere Art schädigen. Zur zweiten Kategorie zählen zum Beispiel Stoffe, die Krebs auslösend wirken oder das ungeborene Leben schädigen können. Auch Lampenöle und Grillanzünder, die bislang nur mit dem „Andreaskreuz“ gekennzeichnet waren, tragen künftig das neue Symbol, das vor schweren Gesundheitsschäden warnt.

Die künftig geltenden Symbole weisen auf Stoffe und Produkte hin, die

  • schon in kleinen Mengen zu tödlichen Vergiftungen führen können
  • schwere Gesundheitsschäden verursachen und bei Kindern sogar tödlich wirken können
  • Haut und Augen bei Kontakt dauerhaft schädigen können
  • schon in kleinen Mengen reizend oder Allergie auslösend wirken können
  • für Tiere und die Umwelt gefährlich sind
  • sich schnell entzünden können

(BfR/ml)