Aufstiegsstipendien heiß begehrt

Anfang August gab das Bundesbildungsministerium (BMBF) den Startschuss für ein neues Stipendium, das besonders begabten Berufstätigen mit einer Berufsausausbildung und mindestens zweijähriger Berufserfahrung ein Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule ermöglichen sollte (wir berichteten darüber). Dass mehr Berufstätigen als erwartet ein Studium aufnehmen wollen, zeigte sich bereits in der ersten Auswahlrunde. Über 2700 berufserfahrene Frauen und Männer haben sich um ein Aufstiegsstipendium beworben.

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan würdigte am Freitag in Berlin die hervorragende Resonanz als positives Zeichen: „Das große Interesse an den Aufstiegsstipendien zeigt die hohe Bereitschaft zum Aufstieg durch Bildung. Wir schaffen mit unserem Stipendium wichtige Anreize zum Studium ohne Abitur.“ Im nächsten Jahr soll es zwei weitere Auswahlrunden geben.

Bis Ende 2009 ist zunächst die Aufnahme von 1000 Stipendiaten geplant. Aufgrund der großen Nachfrage prüft die Bundesregierung derzeit die Möglichkeit einer Aufstockung des Programms, das laut Schavan ein Kernelement der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung „Aufstieg durch Bildung“ darstellt. Es richtet sich vor allem an diejenigen, die die Möglichkeit des Hochschulzugangs durch die Ausbildung, Fortbildung oder Berufspraxis erworben haben. Insgesamt erlangt allein ein Drittel aller Bewerber den Zugang zu einem Studium durch eine Eignungsprüfung oder einen Meistertitel.

Für die erste Auswahlrunde der BMBF-Aufstiegsstipendien werden Anfang Dezember dieses Jahres die ersten Stipendiaten feststehen. Für Studierende im Vollzeitstudium beträgt das Stipendium 650 Euro sowie 80 Euro Büchergeld im Monat. Zusätzlich wird eine Kinderbetreuungspauschale (113 Euro für das 1. Kind, jeweils 85 Euro für jedes weitere) gewährt. Die Stipendien müssen nicht zurück gezahlt werden. Stipendiaten, die in einem berufsbegleitenden Studiengang studieren, erhalten jährlich 1700 Euro für Maßnahmekosten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug die Zahl der Studierenden an deutschen Hochschulen, die ein Studium aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation aufgenommen haben – also ohne formalen Hochschulzugang und ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung – im Wintersemester 2007/08 genau 10.778. Das entspricht 0,56 Prozent aller Studierenden.

Nähere Informationen zum Programm „Aufstiegsstipendium“ stehen im Internet hier und hier bereit.

(BMBF/ml)