DIHK revidiert Wachstumsprognose

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Die Finanzmarktkrise gehe auch an Deutschland nicht spurlos vorbei. Das belege eine Blitzumfrage unter mehr als 1200 Unternehmen, warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Der DIHK senke deshalb seine Wachstumsprognose für 2009 auf -0,5%. „Die Geschäftsaussichten und Pläne der Unternehmen in Deutschland haben sich merklich verschlechtert“,  kommentierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben gestern in Berlin das Ergebnis der Erhebung. Die Umfrageergebnisse stehen als kostenloser Download zur Verfügung.

„Zum einen sehen die Unternehmen die Absatzaussichten im Inland nach wie vor mit großer Skepsis“, berichtete Wansleben. „Zum anderen haben sich binnen weniger Wochen viele Exporthoffnungen für wichtige Absatzregionen der deutschen Wirtschaft zerschlagen.“

Die konjunkturelle Abkühlung werde vor allem über die Eintrübung des außenwirtschaftlichen Umfeldes nach Deutschland getragen. Bremsspuren zeigen sich laut Wansleben vor allem im Geschäft mit den USA, aber auch im Handel mit den EU15-Staaten. Entsprechend planten die Unternehmen nun doch deutlich weniger Investitionen als im Oktober.

Zu dieser Entwicklung trügen auch die verschlechterten Kreditkonditionen bei, so Wansleben. Zwar sei der Kreditzugang für den Großteil der Unternehmen weitgehend intakt, doch sei der Anteil der Kreditablehnungen innerhalb von nur zwei Monaten von 2 auf 6% gestiegen. Dies betreffe besonders Großunternehmen mit größeren Projekten und kleinere Unternehmen mit Bonitätsschwäche.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Nur 2% der Unternehmer glauben, dass die Finanzmarktkrise keine Folgen für Unternehmen und Verbraucher in Deutschland haben wird. Mit großer Sorge sehen die Befragten, dass die öffentliche Diskussion bisweilen die Marktwirtschaft insgesamt in Frage stellt; mehr als die Hälfte der Unternehmer rechnet in Folge der Finanzmarktkrise mit einem Vertrauensverlust in die soziale Marktwirtschaft.

Wansleben warnte deshalb in Berlin vor populistischen Forderungen nach überzogenen Eingriffen in die Wirtschaft, etwa einer pauschalen Begrenzung von Gehältern, der Verstaatlichung von Banken oder Schlüsselindustrien. Die Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft – Freiheit, Verantwortung und sozialer Ausgleich – „dürfen nicht durch vermeintlich einfache Lösungsansätze verspielt werden“, so Verbandsfunktionär Wansleben. Auch die Politik müsse deshalb zu einer Versachlichung der Debatten beitragen.

(DIHK/ml)