Krise lähmt weltweit Fusionen und Übernahmen

Das Desaster an den globalen Finanzmärkten hat im dritten Quartal 2008 nach Angaben des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die weltweiten Aktivitäten bei Fusionen und Übernahmen (M&A) erheblich beeinträchtigt. Der „ZEW-ZEPHYR M&A-Index“ fiel im September auf 113 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Damit befindet sich der Index deutlich und nunmehr zum zweiten Mal in Folge unter seinem langjährigen Mittel von 125 Punkten.

Die Finanzmarktkrise lähmt die M&A-Aktivitäten vor allem dadurch, dass die Banken kaum mehr Kredite für die Finanzierung von Fusionen oder Übernahmen zur Verfügung stellen. Eine Belastung sind weiterhin die weltweiten dramatischen Kursrückgänge, die Unternehmensaktien als Akquisitionswährung unattraktiv machen.

Die aktuelle Situation bietet aber auch Chancen für risikobereite Käufer, die ein derzeit unterbewertetes Zielunternehmen günstig erwerben können. Dennoch ist für die kommenden Monate mit einem weiteren Rückgang der M&A-Aktivitäten zu rechnen, zumal die Branche mit dem Ausfall einst bedeutender Investmentbanken wichtige Marktteilnehmer verloren hat.

Der ZEW-ZEPHYR M&A-Index, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und Bureau van Dijk Electronic Publishing (BvDEP) monatlich berechnen, bildet die Entwicklung weltweit abgeschlossener Fusionen und Übernahmen seit Beginn des Jahres 2000 ab.

(ZEW/ml)