Studie verknüpft Klimapolitik mit Folgen für Wirtschaft

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Im Rahmen der UN-Klimakonferenz, die in dieser Woche in Poznan stattfindet, stellen heute das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) die Studie „Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland“ vor. Diese Studie ist für mittelständische Unternehmen aus zwei Gründen besonders interessant: Erstens besitzen im Bereich der noch jungen Klimatechnologie mittelständische Unternehmen Wettbewerbsvorteile, zweitens verknüpft die Studie  eine Technikfolgenabschätzung (bottom-up Analyse) mit der gesamtwirtschaftlichen Bewertung, so dass sie sich als Datenbasis für die Formulierung einer langfristigen Unternehmensstrategie eignet.

Während sich die meisten Studien zur Klima- und Energiepolitik und deren Folgen auf eine Betrachtung aus akademischer Sicht beschränken, beteiligten sich an dieser Studie auch die Experten der Münchner Rückversicherung, deren Wirtschaftskompetenz der Studie außerordentlich zugute kommt. Neben dem Versicherungskonzern, dem Fraunhofer-ISI und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung wirkten an der Studie noch das Büro für sozialverträgliche Ressourcennutzung (BSR Sustainability), das European Climate Forum, das Anlageunternehmen Swisscanto und das Ökozentrum Nordrhein Westfalen mit.

Zentrale Aussagen der Studie

Eine stringente Energie- und Klimapolitik leistet einen positiven Wachstumsimpuls. Bis 2020 kann das Bruttoinlandsprodukt um über 70 Milliarden Euro gesteigert und zusätzliche Beschäftigung für rund eine halbe Million Menschen in Deutschland geschaffen werden. Möglich wird dies

  • durch eine Steigerung der deutschen Nettoinvestitionsquote, die im internationalen Vergleich bei rund der Hälfte des EU- bzw. US-Wertes liegt,
  • durch zusätzliche Investitionen in effiziente Energieerzeugungsanlagen, Entwicklung der erneuerbaren Energien, Dämm- und Heiztechnikverbesserung in Gebäuden und Effizienzsteigerungen im Verkehr.

In diesen Bereichen werden zusätzliche Investitionen von rund 30 Milliarden Euro jährlich ausgelöst und führen zu deutlichen Senkungen der Energiekosten bei Industrie, Dienstleistungen und Haushalten von -5% bis 15% in 2020 und -10% bis -25% in 2030.

Bei moderaten fossilen Energiepreisen führt dies zu einer Einsparung der Energieimporte von 20 Milliarden Euro in 2020 und 35 Milliarden Euro in 2030.

Eine in sich stimmige Energie- und Klimapolitik könne laut Studie Kernbestandteil eines Konjunkturprogramms sein, das gleichzeitig die Konjunktur stabilisiert, das Wachstum antreibt und dem Klimaschutz dient.

Die mit 215 Seiten sehr umfangreiche Studie steht kostenfrei per Download zur Verfügung.

(idw/ml)

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