Erzeugerpreise im Dezember 4,3 Prozent über Vorjahr

Zahlen des Statistischen Bundesamts
Zahlen des Statistischen Bundesamts

Gewerbliche Produkte waren im Dezember 2008 im Schnitt 4,3% teurer als im Dezember 2007, aber 1,0% billiger als im November 2008. Vergleicht man die Jahresdurchschnittspreise von 2008 und 2007 miteinander, ergibt sich eine  Jahresteuerungsrate von 6,0%. Das ist der höchste Anstieg des Erzeugerpreisindex seit 27 Jahren. Die hohe durchschnittliche Teuerung  ist wesentlich auf den starken Preisauftrieb bis Juli zurückzuführen. Damals stiegen die Preise verglichen mit 2007  um durchschnittlich bis zu 8,9%.

Die hohe Teuerungsrate des Dezembers im Vergleich mit dem Dezember 2007 verursachten vor allem die über das Jahr hinweg aufgelaufenen Preissteigerungen bei den Energieträgern; sie lagen im Jahresvergleich bei +12,4%. Gegenüber November 2008 war Energie jedoch um 2,3% billiger. Ohne Einbeziehung der Energiepreise wären die Erzeugerpreise  um 1,5% über den Preisen im Dezember 2007 und um 0,6% unter denen des November 2008 gelegen.

Die Preisentwicklung verlief bei den einzelnen Energieträgern sehr unterschiedlich. Die Preise für Erdgas erhöhten sich seit Dezember 2007 um 41,1%. Dies erklärt allein mehr als drei Viertel der gesamten Jahresteuerungsrate. Die höchste Steigerung im Jahresvergleich war bei der Abgabe von Erdgas an Weiterverteiler zu beobachten (+54,0% gegenüber Dezember 2007). Ortsgasversorgungsunternehmen mussten 47,2% mehr bezahlen, Kraftwerke 39,4% und Industriekunden 38,0%.

Die Preise für Strom lagen im Dezember 2008 um 6,3% über dem Vorjahresniveau, sanken jedoch gegenüber November 2008 um 1,6%. Für Weiterverteiler stiegen die Preise im Vorjahresvergleich um 9,9% (-1,9% gegenüber November 2008). Gewerbliche Großabnehmer mit Sondervertrag mussten 3,1% mehr als im Dezember 2007 zahlen (-3,0% gegenüber November 2008).

Mineralölerzeugnisse waren infolge der weltweit gesunkenen Preise für Rohöl gegenüber Dezember 2007 um 19,5% billiger. Gegenüber November 2008 sanken die Preise um 10,9% und fielen damit auf das Niveau von Mai 2005.

Die Preise für Vorleistungsgüter stiegen gegenüber Dezember 2007 insgesamt um 1,8% (-1,1% gegenüber November 2008). Den höchsten Preisanstieg im Jahresvergleich wiesen mit +108,1% Düngemittel und Stickstoffverbindungen auf (–3,2% gegenüber November 2008). Walzstahl verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr um 11,5% (-0,5% gegenüber November 2008).

Dagegen waren die Preise für Kupfer und Halbzeug daraus im Dezember 2008 um 32,3% niedriger als im Dezember 2007 (-13,7% gegenüber November 2008); Blei, Zink, Zinn und Halbzeug daraus waren sogar 42,1% billiger als im Dezember des Vorjahres (-15,8% gegenüber November 2008).

Für Verbrauchsgüter insgesamt lag die Jahresteuerungsrate im Dezember 2008 bei +0,7%; gegenüber November 2008 sanken die Preise um 0,4%. Die Preise für Margarine und ähnliche Nahrungsfette wiesen in diesem Bereich im Jahresvergleich mit +26,5% den höchsten Anstieg auf (unverändert gegenüber November 2008). Dagegen lagen die Preise für Butter und andere Fettstoffe aus Milch um 34,6% niedriger als im Dezember 2007 (-2,0% gegenüber November 2008).

Im Jahresdurchschnitt 2008 ist der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte gegenüber dem Vorjahr – wie eingangs bereits erwähnt – um 6,0% gestiegen. Die Preissteigerung für Energie lag im Jahresdurchschnitt 2008 bei 15,4%. Dies erklärt allein fast die Hälfte der gesamten durchschnittlichen Jahresteuerungsrate von 2008.

Die Preise für Erdgas stiegen im Jahresdurchschnitt 2008 um 19,1%, für Mineralölerzeugnisse um 13,6% und für elektrischen Strom um 13,5%. Während die Jahresteuerungsraten für Erdgas im Jahresverlauf ab April einen extremen Aufwärtstrend aufwiesen, stiegen sie für Mineralölerzeugnisse und Strom bis Juli stark an (+28,3% beziehungsweise +22,6%) und entwickelten sie sich bis Dezember wieder zurück (-19,5% beziehungsweise +6,3% im Dezember).

Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr um 2,8%. Die Preise für Vorleistungsgüter stiegen im Jahresverlauf unterdurchschnittlich um 3,6%, Verbrauchsgüter waren 3,5% teurer als im Vorjahr.

(Statistisches Bundesamt/ml)