Mineralwasserboom geht am Mittelstand vorbei

Absatzentwicklung von Mineral- und Heilwasser
Absatzentwicklung von Mineral- und Heilwasser

In Deutschland ist 2008 mehr Mineralwasser getrunken worden als jemals zuvor. Dennoch blicke die Branche der Mineralwasser-Produzenten auf ein schwieriges Jahr zurück, ließ am Montag der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) wissen. Zwar stieg der Absatz an Mineral- und Heilwasser 2008 um erkleckliche 2,2%, aber nahezu ausschließlich dank einer Absatzsteigerung bei den Discountern, die wiederum nur von wenigen Abfüllern kaufen. Die meisten regionalen bzw. mittelständischen Mineralwasserabfüller verzeichneten dagegen einen rückläufigen Absatz, klagt der Verband, der immerhin rund 220 deutsche Mineralbrunnenbetriebe vertritt.

Die Absatzsteigerung kam vor allem dem Mineralwasser ohne Kohlensäure zugute. Diese Sorte wird immer beliebter und hat bei einem Zuwachs von knapp 23% einen Marktanteil von 9,5% erreicht. Der Boom bei den stillen Wässern hat aber auch eine Kehrseite: Der Absatz des klassischen, stark kohlensäurehaltigen Mineralwassers ist um 1,8% zurück gegangen. Mit einem Marktanteil von 45% bleibt der Sprudel aber noch die beliebteste Mineralwasser-Variante. Ihm folgt mit 43% Anteil das Mineralwasser mit geringem Kohlensäure-Gehalt, das um 3,5% zulegte. Großer Verlierer ist das Heilwasser mit Einbußen von 10,6%.

Mit einer Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs auf 138 Liter bleibt natürliches Mineralwasser das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. VDM-Geschäftsführer Wolfgang Stubbe freute sich: „Die erneute Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs zeigt die Beliebtheit dieses Getränks, das für die meisten längst mehr als ein Durstlöscher ist. Für viele gehört natürliches Mineralwasser zum gepflegten Essen wie ein guter Wein.“ Ärgerlich sei aber, dass die Regierung sich weigert die Mehrwertsteuer für Mineralwasser auf 7% zu verringern, der für alle anderen Grundnahrungsmittel gelte.

(ots/ml) ENGLISH