Verbraucherpreise 2008 um 2,6 Prozent gestiegen

Zahlen des Statistischen Bundesamts
Zahlen des Statistischen Bundesamts

Im abgelaufenen Jahr 2008 mussten die deutschen Konsumenten für ihre täglichen Einkäufe im Schnitt um 2,6% mehr bezahlen als 2007. Diese Teuerungsrate ist die höchste seit 14 Jahren und in erster Linie auf die relativ hohen Inflationsraten im ersten Halbjahr zurückzuführen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Vergleicht man die Verbraucherpreise des Dezembers 2008 mit denen des Dezembers 2007, ergibt sich eine Steigerung von 1,1%. Gegenüber dem Vormonat November legte der Verbraucherpreisindex um lediglich 0,3% zu.

Vergleich des Jahres 2008 mit 2007

Vor allem Energie und Nahrungsmittel trieben, auf das Jahr betrachtet, die Preise in die Höhe. Energieprodukte verteuerten sich 2008 gegenüber dem Vorjahr um 9,6% und Nahrungsmittel um 6,4%. Unter allen Energiepreisen stiegen die Preise für leichtes Heizöl am stärksten (+31,6%). Auch bei den anderen Haushaltsenergien waren überdurchschnittliche Preiserhöhungen zu verzeichnen, so z.B. bei Gas (+8,9%) und Strom (+6,9%). Die Kraftstoffpreise erhöhten sich 2008 gegenüber dem Vorjahr um 6,8% (Diesel: +14,1%; Super: +4,3%). Von den für Konsumenten spürbaren Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln 2008 waren vor allem Getreideerzeugnisse, Speisefette und Molkereiprodukte betroffen.

An der beschleunigten Preisentwicklung 2008 ist auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer vom Januar 2007 beteiligt, die nach Beobachtungen des Statistischen Bundesamts teilweise mit einer Verzögerung von einigen Monaten an den Endverbraucher weitergegeben wurde. Zusätzlich wirkte sich die Einführung der Studiengebühren in einigen Bundesländern im April und Oktober 2007 noch 2008 auf den jährlichen Preisanstieg aus (+8,7%).

Insgesamt waren 2008 in erster Linie überdurchschnittliche Preiserhöhungen für Verbrauchsgüter (+5,8%) zu beobachten. Die Preise für Güter mit mittlerer Lebensdauer stiegen jedoch in deutlich geringerem Umfang (+0,8%) als die Verbraucherpreise insgesamt. Günstig blieb im Jahresvergleich die Preisentwicklung für langlebige Gebrauchsgüter (-0,6%). Der Preisanstieg für Dienstleistungen lag 2008 bei 1,6%.

Vergleich Dezember 2008 mit Dezember 2007

Im Dezember 2008 stieg der Verbraucherpreisindex gegenüber Dezember 2007 um 1,1%. Der Preisauftrieb hat sich seit August 2008 deutlich abgeschwächt, im Dezember 2008 blieb die Inflation den zweiten Monat in Folge unterhalb von zwei Prozent und erreichte am Jahresende den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren.

Die stark rückläufige Inflationsrate im Dezember 2008 ist vor allem den sehr starken Preisrückgängen bei  Mineralölprodukten in der zweiten Jahreshälfte zu verdanken, deren Auslöser sinkende Weltmarktpreise für Rohöl waren. So sanken im Jahresvergleich die Preise für Mineralölprodukte im Schnitt um 16,5%. Durch den starken Preisverfall der Mineralölprodukte verbilligte sich im Dezember 2008 Energie im Vorjahresvergleich trotz erheblichen Teuerungen bei Gas (+22,5%) insgesamt um 0,9%. Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate im Dezember 2008 deutlich höher bei 2,0% gelegen.

Die Nahrungsmittelpreise erhöhten sich im Dezember 2008 gegenüber dem Vorjahr um 2,1%. Deutlich teurer waren vor allem Süßwaren. Erhebliche Preisrückgänge gab es dagegen bei einzelnen Molkereiprodukten.

Vergleich Dezember 2008 mit November 2008

Der Preisanstieg des Gesamtindex im Dezember gegenüber dem Vormonat November betrug lediglich 0,3%. Wie üblich gab es zwar saisonbedingte Teuerungen vor allem für Gemüse (+5,5%) sowie für Pauschalreisen (+19,8%), Beherbergungsdienstleistungen (+22,1%) und Flugreisen (+3,8%) sowie bei der Bahn (+3,9%). Jedoch wurde der Preisanstieg gegenüber dem Vormonat durch die Preisrückgänge der Mineralölprodukte (-10,5%) stark gedämpft.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland ist im Jahresvergleich 2008 um 2,8% gestiegen. Im Dezember 2008 gegenüber Dezember 2007 erhöhte sich der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) um 1,1%. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,4%.

(Statistisches Bundesamt/ml)