Unternehmen können auf Top-Leute nicht verzichten

Eine klare Absage erteilte heute der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) einem Vorschlag, den Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) am Montag in der Bildzeitung äußerte. Sie forderte, Betriebe sollten Schulen ihre besten Mitarbeiter als Lehrer zur Verfügung stellen. Die Praktiker aus der Wirtschaft könnten so „sinnvolle Impulse für die Schüler bringen“. Auslöser des Vorschlags war eine Studie des Münchner ifo-Instituts, die zeigt, dass Abiturienten mit guten Noten nur selten Lehrer werden und stattdessen lieber in die freie Wirtschaft gehen.

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DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun hält die Forderung von Bildungsministerin Annette Schavan allerdings für wirklichkeitsfremd. Zwar sei es sinnvoll, erfahrene Mitarbeiter aus Betrieben für die Gestaltung einzelner Unterrichtsstunden und Projekte zu gewinnen. Braun hält es aber schon aus zeitlichen Gründen kaum für möglich, dass Ingenieure oder Naturwissenschaftler aus Betrieben – sozusagen nebenher – ein Schulfach selbstständig über ein gesamtes Schuljahr hinweg unterrichten könnten. Ganz abgesehen davon, könnten Unternehmen kaum auf ihre besten Leute verzichten.

Brauns Gegenvorschlag an die Ministerin. „Dem Lehrermangel müssen die Länder deshalb vor allem dadurch entgegenwirken, dass sie jungen Leuten attraktive Entwicklungsperspektiven bieten, wenn sie sich für den Lehrerberuf entscheiden.“

(DIHK/ml)