Weltwirtschaftsklima im ersten Quartal erneut frostiger

ifo-Weltwirtschaftsklima
ifo-Weltwirtschaftsklima

Nicht nur das nationale Wirtschaftsklima ist nach wie vor eisig, sondern auch das weltweite Wirtschaftsklima, wie die Experten des „Ifo World Economic Survey“ (WES) heute melden. Der vom ifo-Institut zusammen mit der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris erhobene Indikator des ifo-Weltwirtschaftsklima fiel im ersten Quartal 2009 auf einen neuen historischen Tiefstand.

Wirtschaftliche Lage und Erwartungen für den Euroraum
Wirtschaftliche Lage und Erwartungen weltweit

Ursache für den erneuten Rückgang sei ausschließlich die ungünstigere Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage, während sich die Erwartungen für die nächsten sechs Monate sogar etwas aufgehellt hätten, schreibt das Münchner Institut.

Die Verschlechterung des ifo-Wirtschaftsklimas betrifft alle großen Regionen: Ungünstiger als im Weltdurchschnitt ist der Indikator für das Wirtschaftsklima in Westeuropa und in Asien. In Nordamerika entspricht er dem Weltdurchschnitt; in Lateinamerika, Ozeanien, den CIS Ländern und Osteuropa sowie vor allem dem Nahen Osten liegt der Klimaindikator über dem Weltdurchschnitt. Die Export- und Importerwartungen der WES-Experten sprechen für einen deutlichen Rückgang des Welthandels im ersten Halbjahr 2009.

Entwicklung nach Kontinenten
Entwicklung nach globalen Regionen

Die Inflationserwartungen für den Jahresdurchschnitt 2009 sind deutlich niedriger als die Inflationsraten des Vorjahres (3,3% gegenüber 5,4%). Zudem wird der Preisanstieg im Verlauf der nächsten sechs Monate nach Ansicht der WES-Experten weiter nachlassen. Der Inflationsrückgang ist besonders in Westeuropa und Nordamerika ausgeprägt.

Angesichts der rezessiven Tendenzen und der spürbaren Verlangsamung des Preisanstiegs wird nahezu überall mit einem weiteren Rückgang der Leitzinsen gerechnet. Auch die Kapitalmarktzinsen dürften nach Ansicht der WES-Experten in den nächsten sechs Monaten weltweit sinken, wenn auch weniger als die kurzfristigen Zinsen.

Nach der kräftigen Wertsteigerung des japanischen Yen wird dieser von den WES-Experten erstmals seit 2002 nicht mehr als unterbewertet, sondern sogar als leicht überbewertet eingestuft. Auf der anderen Seite gilt das britische Pfund nach der deutlichen Abschwächung in den vergangenen Monaten nunmehr als unterbewertet. Der US-Dollar wird im weltweiten Durchschnitt als weitgehend angemessen bewertet angesehen. Dementsprechend rechnen die WES-Experten mit einem stabilen US-Dollar im Laufe der nächsten sechs Monate.

(ifo/ml)