Wirtschaftsklimaindikator für den Euroraum sinkt weiter

Entwicklung des ifo-Wirtschaftsklimas
Entwicklung des ifo-Wirtschaftsklimas

Das ifo-Wirtschaftsklima für den Euroraum hat sich nach Angaben des Münchner ifo-Instituts im ersten Quartal 2009 zum sechsten Mal in Folge verschlechtert. Der Index sank von 50,8 Punkten im vierten Quartal 2008 auf 45,8 Punkte ab. Der Rückgang resultiere ausschließlich aus weniger positiven Urteilen zur gegenwärtigen Wirtschaftslage (Rückgang von 61,7 Punkten auf 41,1 Punkte), versichert das Institut.

Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich dagegen von 41,9 Punkten auf 49,6 Punkte verbessert, bleiben aber weiterhin stark unterkühlt, beschreiben die Experten des Ifo World Economic Survey (WES) die aktuelle Situation.

Entwicklung der Lageeinschätzung und der Erwartung
Entwicklung der Lageeinschätzung und der Erwartungen

Das Wirtschaftsklima habe sich im ersten Quartal 2009 in allen Ländern des Euroraums verschlechtert und liege auf einem historischen Tiefpunkt, warnt das ifo-Institut. Die aktuelle Wirtschaftslage habe sich seit der letzten Befragung am stärksten in Deutschland und den Niederlanden verschlechtert. Am ungünstigsten werde die derzeitige wirtschaftliche Situation jedoch weiterhin in Frankreich, Irland, Portugal, Spanien sowie Italien beurteilt. Deutlich besser als im Durchschnitt des Euroraums werde die wirtschaftliche Lage vor allem in Finnland und Österreich, aber auch in den jungen Euromitgliedsländern Slowakei und Slowenien eingeschätzt, meldet das Institut. In den nächsten sechs Monaten wird sich nach Ansicht der WES-Experten der Konjunkturabschwung in den Ländern des Euroraums weiter fortsetzen, wenn auch verlangsamt.

Die Inflationserwartungen für 2009 liegen mit 1,6% im Jahresdurchschnitt sogar etwas unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Im Laufe der nächsten sechs Monate wird mit einer rückläufigen Inflationstendenz gerechnet. Eine deutliche Mehrheit der WES-Experten erwartet, dass die Leitzinsen im Laufe der nächsten sechs Monate weiter gesenkt werden; auch bei den Kapitalmarktzinsen wird ein Rückgang erwartet, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie bei den kurzfristigen Zinsen.

Der US-Dollar gilt nunmehr in Relation zum Euro als weitgehend angemessen bewertet. Der japanische Yen wird nach der eingetretenen Verteuerung erstmals seit 2002 als leicht überbewertet bezeichnet. Das britische Pfund gilt dagegen nach der deutlichen Talfahrt der vergangenen Monate als unterbewertet gegenüber dem Euro.

(ifo/ml)