Internet leidet unter Misstrauen der Nutzer

Misstrauen nach Transaktionsarten
Misstrauen nach Transaktionsarten

Viele Internet-Nutzer verzichten auf Online-Shopping oder -Banking, weil sie Angst vor Sicherheitslücken des Internet haben. Rund jeder sechste deutsche Internet-Nutzer verweigert nach Angaben des Branchenverbands BITKOM Online-Transaktionen sogar komplett. Doppelt so viele (16 Millionen) verzichten aus Angst zumindest auf Online-Banking. Das größte Misstrauen herrscht jedoch beim Versand wichtiger Dokumente: Von 49 Millionen Nutzern wählen in diesem Fall – trotz Kosten und Zeitverlust – rund 20 Millionen lieber die Post statt E-Mail.

Gut jeder vierte Surfer verzichtet auf Online-Shopping. Fast jeder Fünfte weigert sich, Reisen und Tickets online zu buchen. Lediglich 20% haben keine Sicherheitsbedenken bei Transaktionen im Web. Grundlage der genannten Zahlen ist eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Aris im Auftrag des BITKOM unter 1000 Deutschen ab 14 Jahren.

Der Branchenverband BITKOM sieht die Nutzer in einer Zwickmühle: Einerseits sollten Verbraucher Internet-Dienste nicht komplett ablehnen, ihnen andererseits aber auch nicht blind vertrauen. Vielmehr gelte es, sich im Internet vernünftig zu verhalten und seinen Computer richtig auszustatten.

Laut Umfrage haben 81% der Internet-Nutzer ein Virenschutzprogramm installiert, aber nur 55% eine Firewall, die den externen Datenverkehr überwacht und nach festen Regeln kontrolliert. Es deute viel darauf hin – so der Verband – dass insbesondere Netz-Neulinge mit Begriffen der IT-Sicherheit zu wenig anfangen können.

Erschreckend hoch ist die Zahl der Nutzer, die bereits tatsächlich geschädigt wurden: In der Umfrage gaben 29% der Internet-Surfer an, sie hätten im Umfeld von Transaktionen im Netz schon einen finanziellen Schaden erlitten – etwa durch Viren, bei Online-Auktionen oder beim Online-Banking. Bei den meisten Opfern (18%) beschädigten Viren den privaten Rechner, er musste neu konfiguriert oder gar ausgetauscht werden. Jeweils 4% der Nutzer gaben an, beim Online-Shopping oder einer Auktion geschädigt worden zu sein, z.B. durch Lieferung von falscher oder minderwertiger Ware. Erfreulich niedrig ist hingegen mit nur 0,6% die Zahl der Opfer im Bereich Online-Banking.

Ursache für die kräftig angestiegene Zahl konkreter Opfer sind laut BITKOM eine Professionalisierung der Internet-Kriminellen, eine erheblich höhere Anzahl an Schadprogrammen, zunehmend mehr technikunerfahrene Nutzer und ein Anstieg an unseriösen Angeboten im Netz.

(BITKOM/ml) ENGLISH