Der Firmenzentralismus kehrt zurück

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In deutsche Firmen zieht wieder ein Trend zur Zentralisierung ein, während im Gegenzug Outsourcing insgesamt an Bedeutung verliert. Parallel dazu steigt der Anteil von Firmen mit Shared Services. Auffallend ist zudem eine „Identitätskrise“ vieler Konzernbereiche. Die einzelnen Funktionsbereiche in der Firmenzentrale befinden sich im Spannungsfeld zwischen Manager und Business Partner einerseits und effizientem Dienstleister für die operativen Bereiche andererseits. Alle diese Trends belegt eine (kostenfrei erhältliche) neue Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger.

Zum Thema Zentralisierung gaben 73% der 57 befragten Unternehmen an, wieder stärker zu zentralisieren. Outsourcing verliert insgesamt zwar an Bedeutung; in einzelnen Bereichen, die nicht direkt das Kerngeschäft berühren, lagern Firmen allerdings deutlich stärker aus als noch vor drei Jahren. Der Einsatz von Shared Services für interne Dienstleistungen wie etwa IT oder Buchhaltung steigt an.

Einen klaren Zusammenhang gibt es laut Studie zwischen der Größe des Gesamtunternehmens sowie Managementkonzept und Dimensionierung der Zentrale: je größer das Unternehmen und je stärker der Eingriff in die Unternehmensbereiche, desto größer die relative Dimension der Zentrale. Die durchschnittliche Quote der Mitarbeiter, die in der Unternehmenszentrale arbeiten, liegt heute fast wieder auf dem Stand von 2002 (2008: 2,8%, 2005: 2,3%, 2002: 3,0%). Die Firmenzentralen interpretieren ihre Rolle überwiegend selbstbewusst: Die meisten sehen sich eher als „Manager“ als in der Rolle eines reinen „Service Providers“.

Typisch häufig ausgelagerte Fremdleistungsanteil sind die Bereiche Recht, Versicherung und Support/Service. So haben 38% der befragten Unternehmen den Bereich Recht extern abgedeckt, in den Bereichen Versicherung und allgemeine Dienste ist der Anteil sogar noch deutlich höher (73% bzw. 76%).

Der Gesamtanteil der Unternehmen, die Konzernfunktionen ausgelagert haben, sank im Vergleich zu 2005 aber von 53% auf 44%. Der Anteil der Unternehmen mit internen Shared Services stieg dagegen von 38% (2005) auf 49% (2008). Hauptargumente für Shared Services sind Kostensenkung und einfachere Prozesse ohne die Kosten und Risiken externer Schnittstellen.

Die kostenlose Studie kann hier über die Website des Beratungsunternehmens Roland Berger Strategy Consultants angefordert werden. Ein Download ist nicht möglich.

(Roland Berger/ml)