Handel am besten für Finanzkrise gerüstet

Die Auswirkungen von Umsatz- und Margenrückgängen, Lieferstopps, Zahlungseinstellungen oder auch Kreditlinienkürzungen auf deutsche Unternehmen sind erheblich. Das ergab eine Kurzumfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars Hemmelrath. Drei Viertel der Befragten gab an, nach spätestens sechs Monaten zahlungsunfähig zu sein, wenn 25 % der Kunden nicht zahlen. Vor allem Produktionsunternehmen haben unter der Krise zu leiden, gefolgt von Dienstleistungsunternehmen.

Für die Umfrage wurden im Zeitraum Dezember 2008 bis Februar 2009 rund 2500 Unternehmen aus den Bereichen Handel, Dienstleistung und Produktion gefragt, inwieweit sie von den Auswirkungen betroffen sind. Dabei ging es um konkrete Krisenszenarien mit Ausfällen und Einbrüchen bei Profitabilität und Zahlungsfähigkeit, Umsatz und Marge, jeweils bezogen auf einen konkreten Krisenzeitraum.

Mehr als 20 % der Teilnehmer waren in diesem Zusammenhang nicht in der Lage, überhaupt eine Aussage zu den Krisenfällen zu machen. Die Vertreter dieser Unternehmen können damit in der Krise nur reagieren, aber nicht agieren, so das Beratungsunternehmen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Fast 90 % aller Unternehmen erwarten spätestens nach einem halben Jahr Verluste, wenn deren Absatzmargen um 50 % sinken.
  • Bei einem Ausfall von Lieferanten kritischer Komponenten oder Dienstleistungen sind über 70 % der Unternehmen bereits innerhalb von drei Monaten nicht mehr liefer- bzw. leistungsfähig
  • Der Handel ist am Besten für die Krise gerüstet, gefolgt von Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen
  • Alle börsennotierten Unternehmen sehen sich in der Lage, wesentliche Auswirkungen der Finanzkrise auf das eigene Unternehmen aufzuzeigen; inhabergeführte Unternehmen liegen hier vor Konzerntöchtern

Die Umfrage ergab aber auch Positives: So gaben immerhin über 25% der befragten Unternehmen an, selbst bei einer Kreditlinienkürzung von über 50% noch länger als ein Jahr zahlungsfähig zu bleiben.

(ots/ml)