ifo-Geschäftsklima im April deutlich freundlicher

Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft
Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft

Nicht nur die Tage werden wieder länger und wärmer, auch das Geschäftsklima zeigt sich etwas freundlicher. So stieg der Geschäftsklimaindex des Münchner ifo-Instituts für die gewerbliche Wirtschaft von 82,2 Zählern im März auf 83,7 Zähler im April. Die Gründe: Die Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufriedener als im Vormonat (Anstieg von 82,7 auf 83,6 Zähler) und optimitischer hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr (Anstieg von 81,6 auf 83,9 Zähler). Der Rückgang der Wirtschaftsleistung dürfte sich damit deutlich verlangsamen.

Damit ist auch der saisonbereinigte Saldo des Geschäftsklimaindex der Gewerblichen Wirtschaft überraschend deutlich gestiegen. Er liegt nach -36,2 Zählern im März aktuell bei -33,1 Zählern.

Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen
Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen

Im Verarbeitenden Gewerbe legte der Geschäftsklimaindex erkennbar zu (Anstieg des Saldos von -42,9 auf -38,0 Zähler). Die Industriefirmen bewerten ihre augenblickliche Geschäftslage zwar kaum weniger ungünstig als im März, dem Geschäftsverlauf im kommenden halben Jahr sehen sie aber erneut spürbar weniger pessimistisch entgegen. Das Auslandsgeschäft wird ihrer Ansicht nach etwas langsamer schrumpfen. Den Personaleinsatz wollen die Unternehmen jedoch weiterhin reduzieren. Die Industriefirmen lasten ihre Geräte und Maschinen nochmals erheblich geringer aus als zu Jahresbeginn.

Im Großhandel und im Einzelhandel ist die Entwicklung zwar ebenso positiv, aber weniger ausgeprägt. So hat sich im Großhandel das Klima von -31,7 auf -30,6 Zähler verbessert; im Einzelhandel stieg der Klimaindex von -28,3 auf -26,5 Zähler.

In beiden Handelsstufen bewerten die Umfrageteilnehmer ihre momentane Geschäftslage günstiger als im März. Die Großhändler sind zudem etwas weniger skeptisch bezüglich der Entwicklung in den nächsten sechs Monaten. Die Geschäftserwartungen der Einzelhändler haben sich dagegen weiter eingetrübt.

Im Bauhauptgewerbe verlief die Entwicklung leider entgegen dem allgemeinen Trend. Das Geschäftsklima dieser Branche hat sich von -22,1 Zählern auf -24,3 Zähler weiter abgekühlt. Zwar hat sich die derzeitige Geschäftssituation der Unternehmen kaum verändert, die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr schätzen die Befragungsteilnehmer aber zurückhaltender ein als im Vormonat.

ifo-Geschäftsklima in der Dienstleistungswirtschaft
ifo-Geschäftsklima in der Dienstleistungswirtschaft

Das ifo-Geschäftsklima im Dienstleistungsgewerbe Deutschlands hat sich im April – anders als noch im Vormonat – von -10,0 Zählern auf immerhin -7,0 verbessert. Die befragten Dienstleister ordnen ihre derzeitige Geschäftslage weniger ungünstig ein als im Vormonat (Anstieg von -9,0 auf -6,0 Zähler). Auch die Geschäftsperspektiven für das kommende halbe Jahr werden positiver eingeschätzt (Anstieg von -11,0 auf -8,0 Zähler). Die Dienstleister erwarten aber weiterhin tendenziell eine Verschlechterung der Geschäfte. Die Personalplanungen der Unternehmen deuten unverändert auf einen leichten Beschäftigungsabbau hin.

(ifo/ml)