Bau rechnet mit Umsatzminus von real 4,5 Prozent

Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie rechnet mit einem Umsatzminus für das gesamte Bauhauptgewerbe von nominal 3 % und real rund 4,5 % im laufenden Jahr 2009. Wie der Hauptverband mitteilt, sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2009 nominal um 13,5 % eingebrochen. Trotz hoher Auftragsbestände zu Jahresbeginn sind auch die Umsätze in den ersten drei Monaten deutlich um 13 % zurückgegangen.

Grund ist nach Angaben des Verbands die schlechte Witterung zum Jahresbeginn. Immerhin hatten 60 % aller Bauunternehmen im ersten Quartal 2009 Behinderungen der Bautätigkeit durch schlechte Witterung gemeldet. Im Vorjahresquartal zuvor lag dieser Anteil bei 25 %.

Vor allem der Wirtschaftsbau – in den Jahren des Bauaufschwungs 2006 bis 2008 Motor der Baukonjunktur – muss sich laut Hauptverband vermutlich auf eine längere Durststrecke einstellen: Die Auftragseingänge blieben in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 um nominal 20,1, die Umsätze um 9,5 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Mit einer Erholung der Wirtschaftsbaukonjunktur ist nach Auffassung des Hauptverbandes vor 2011 nicht zu rechnen, auch wenn die gesamtwirtschaftliche Konjunktur Ende 2009 wieder anspringen sollte.

Auch der Wohnungsbau gerät zunehmend in den Sog der gesamtwirtschaftlichen Rezession: Die Auftragseingänge sind im ersten Quartal 2009 um nominal 13,6 % zurückgegangen, die Umsätze sogar um 16,4 %. Der Hauptverband erwartet, dass die Zahl der Wohnungsfertigstellungen 2009 mit 180.000 Wohnungen deutlich unter dem bedarfsdeckenden Niveau von gut 250.000 Wohnungen liegen wird. Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass Deutschland zumindest in den Ballungsregionen zu Beginn des nächsten Jahrzehnts auf einen neuen Wohnungsengpass zusteuern werde.

Trotz der zwei Konjunkturprogramme gehe vom Öffentlichen Bau noch keine stabilisierenden Wirkungen auf die Baukonjunktur aus, kritisiert der Verband: Die Auftragseingänge blieben im ersten Quartal 2009 um nominal 5,8 %, die Umsätze sogar um 14,1 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Man gehe jedoch davon aus, dass die Programme spätestens im zweiten Halbjahr 2009 bauwirksam werden. Den zu erwartenden bauwirtschaftlichen Impuls schätzt der Verband auf etwa 19 Milliarden Euro, der sich zu 11 Milliarden Euro auf das Bauhauptgewerbe und zu 8 Milliarden Euro auf das Ausbaugewerbe verteilen wird. Rein rechnerisch könnten damit 195.000 Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft für zwei Jahre gesichert oder neu geschaffen werden, davon 105.000 im Baugewerbe.

Insgesamt rechnet der Hauptverband jedoch nicht damit, dass die zu erwartenden Zuwächse im Öffentlichen Bau die Ausfälle im Wirtschaftsbau und Wohnungsbau ausgleichen werden. Zwar werden die Umsätze im Öffentlichen Bau voraussichtlich 2009 um 8 % zunehmen, diesem Umsatzplus stehen jedoch Umsatzrückgänge im Wohnungsbau von 3 % und im Wirtschaftsbau von 12 % gegenüber. Entsprechend ergeben sich die anfangs genannten Gesamtverluste.

(ots/ml)