Nachfrage nach Werkzeugmaschinen eingebrochen

Im ersten Quartal 2009 ist die Nachfrage nach deutschen Werkzeugmaschinen gegenüber dem ersten Quartal 2008 um 70 % und damit erneut heftig eingebrochen. Der Rückgang traf Inlands- und Auslandsbestellungen gleichermaßen. Die Inlandsaufträge gingen im Vergleich zum Vorjahr um 71 % zurück, die Auslandsorders um 70 %. Ein Teil des besonders drastischen Rückgangs wird allerdings durch einen sogenannten statistischen Basiseffekt hervorgerufen.

Dieser Basiseffekt beruht darauf, dass die Branche im ersten Quartal 2008 – dem Vergleichszeitraum – das zweithöchste Bestellniveau ihrer Geschichte erlebte und auf der rechnerischen Basis dieser ungewöhnlich hohen Nachfrage die derzeitige Zurückhaltung höher ausfällt, als wenn man ein durchschnittliches Vergleichsquartal zugrunde legen würde.

„Zum anderen haben unsere Industriekunden weltweit und aus nahezu allen Bereichen ihre Investitionstätigkeit drastisch zurückgefahren“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), die Zahlen. „Aufgrund der enormen Verunsicherung werden Projekte und selbst Ersatzinvestitionen auf unbestimmte Zeit verschoben.“

Nach Aussage des Verbands ist die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie technologisch aber außerordentlich breit aufgestellt. Sie liefert Fertigungstechnik in alle Zweige industrieller Produktion. Starke Standbeine sind laut Verband z. B. das Projekt- und Sondermaschinengeschäft. Das biete die besten Voraussetzungen für die Branche, wenn wieder investiert wird. Zukunftsweisende Investitionen wären ein Ausbau der Anlagen der deutschen Windkraftindustrie oder eine Entwicklung sparsamerer Motoren durch die Automobilindustrie. Wettbewerber mit einem weniger differenzierten Produktprogramm, wie etwa Japan, sind nach Meinung des Verbands noch härter von der Nachfragekrise betroffen.

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau befinde sich bereits seit Mitte des vergangenen Jahres im Rückwärtsgang, klagen die Verbandsexperten. Damit sei das erwartete Produktionsminus von 15 % für das laufende Jahr praktisch nicht mehr erreichbar. Die Prognose stand unter der Prämisse, dass ein nennenswerter Auftragsbestand gewahrt bliebe, um das erste Halbjahr überbrücken zu können. Und sie ging davon aus, dass sich die Schockstarre der Investoren bis zur Jahresmitte lösen, der Boden erreicht und eine Trendwende erkennbar ist. „Dies alles sehen wir zurzeit nicht mehr“, sagt Schäfer. Eine revidierte Prognose wird der Verband zur Jahresmitte veröffentlichen.

(VDMA/ml)