Sechs Krisenstrategien für Printmedien

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Die Auflagen der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sinken seit vielen Jahren. Der deutsche Werbemarkt ist ebenfalls rückläufig: eine Entwicklung, die einerseits in den veränderten Gewohnheiten der Medienkonsumenten, andererseits in der aktuellen Konjunkturschwäche begründet ist. Gerade kleine, mittelständische Verlage kämpfen um das nackte Überleben. Die Deloitte-Studie „Finanziellen Spielraum aktiv nutzen“, in der 15 deutsche Verlagshäuser, 36 internationale börsennotierte Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, sowie 13 Medienkonglomerate analysiert werden, untersucht mögliche Krisenstrategien.

Nach Jahren, die trotz sinkender Auflagen Gewinne brachten, kommen nun viele Unternehmen in ernsthafte Bedrängnis. „Neben den rückgängigen Werbebuchungen zeigt sich die Dramatik besonders deutlich bei den weiter ansteigenden Rabatten. Zusätzlich werden die Vertriebserlöse trotz einzelner Copy-Preiserhöhungen weiter schrumpfen. Das traditionelle Geschäftsmodell der Verlage ist gefährdet“, erklärt Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte.

Aber der vorhandene finanzielle Spielraum lässt den Verlagen noch einige Bewegungsfreiheit, um dem Abwärtstrend gegenzusteuern. Die Experten des Beratungsunternehmens Deloitte haben sechs erfolgversprechende Krisenstrategien ausgemacht: aktive Konsolidierung, Diversifikation, Internationalisierung, Fokussierung auf Nischenmärkte, geordneter Rückzug und Desinvestition.

Mit über 150 Transaktionen haben deutsche Verlage zwar in den letzten zwei Jahren bereits zahlreiche Initiativen zur Anpassung ihrer Geschäftsmodelle an die Konvergenzentwicklung im Technologie-, Medien- und Telekommunikationsmarkt ergriffen, Entspannung ist dennoch nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die internationale Entwicklung – vor allem in den USA – lässt Einbrüche befürchten.

Trotz zahlreicher Herausforderungen sind deutsche Unternehmen dennoch vergleichsweise gut aufgestellt. Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz setzen sie ihr Kapital effizienter ein und erwirtschafteten zuletzt höhere Kapitalrenditen. Das bedeutet: Es existiert Spielraum zur Nutzung verschiedener strategischer Handlungsoptionen, um sich für die Zukunft entsprechend aufzustellen.

Krisenstrategien

  1. Aktive Konsolidierung mit dem Ziel einer Markt- und Kostenführerschaft im Printgeschäft
  2. Diversifikation zu einem integrierten Medienkonzern mit dem Ziel, digitale Wachstumsmärkte zu erschließen und Synergien zu schaffen
  3. Internationalisierung mit dem Ziel, außerhalb des gesättigten deutschen Marktes zu wachsen
  4. Fokussierung auf Nischenmärkte mit dem Ziel, spezielle Informations- und Unterhaltungsbedürfnisse abzudecken
  5. Geordneter Rückzug mit dem Ziel, loyale und zahlungsbereite Leser zu halten, um den Free Cashflow zu optimieren
  6. Desinvestition mit dem Ziel, über einen kurzfristigen Marktaustritt den maximalen Verkaufserlös zu erzielen

Die komplette Studie steht als kostenloser Download online zur Verfügung.

(ots/ml)