VDI kritisiert Verzögerung des CO2-Speicher-Gesetzes

Die Bundesregierung entschied Anfang der Woche, das geplante Gesetz zur unterirdischen Speicherung von CO2 auf die Zeit nach den Wahlen zu verschieben. Mit der Verschiebung wollen die Regierungsparteien Proteste in der Bevölkerung während der Wahlkampfzeit vermeiden. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) kritisiert die Entscheidung heftig und spricht von einem „schwarzen Tag für die Umwelt“. Die Verschiebung sei nicht nachvollziehbar. Die Regierung schade nicht nur dem Klima, sondern verhindere mit der Entscheidung vor allem die Entwicklung neuer Technologien. Technologien, mit denen Wachstum und Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, wettert der Verband.

Die Klimaschutzziele seien nur durch die Entwicklung neuer Technologien zur Abtrennung, Weiterverwertung in anderen Prozessen und Einlagerung von CO2 zu erreichen, mahnt der VDI. Die sich daraus ergebenen CO2-Einsparungen entsprächen in etwa dem gleichen Anteil, den die regenerativen Energien in Zukunft zusammen vermeiden sollen. Die Entscheidung sei besonders schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass die Entwicklung der Technologien bis hin zum großtechnischen Einsatz Zeiträume von bis zu zehn Jahren erfordert, kritisieren die VDI-Experten. Zudem seien mit der Entscheidung bereits laufende Forschungsprojekte gefährdet. Auch ein möglicher Verweis auf eine Entscheidung durch eine neue Bundesregierung sei kaum zu verantworten, da dies zu Zeitverzögerungen von bis zu drei Jahren in der Entwicklung neuer Technologien führen könne.

(VDI/ml)