Mäßiger Rückgang der Aufträge für die Industrie

Entwicklung der Auftragslage der europäischen Industrie
Entwicklung der Auftragslage der europäischen Industrie

Die Zahl der Aufträge für die Industrie in Europa ist im April etwas zurückgegangen. In der Eurozone (EZ16) fiel der Index gegenüber dem Vormonat um 1,0 % und damit deutlich stärker als im März (-0,2 % gegenüber Februar 2009). In der EU27 ging das Volumen der Aufträge im April nur halb so stark zurück, und zwar um 0,5 % – ebenso viel wie im März. Ohne die Branchen Schiff- und Bootsbau, Schienenfahrzeugbau sowie Luft- und Raumfahrzeugbau, sank das Volumen der Aufträge in der Eurozone um 0,9 %. In der EU27 stieg es hingegen um 0,3 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2008 nahm der Index der Auftragseingänge in der Eurozone um 35,5 % und in der EU27 um 35,0 % ab. Ohne die traditionell instabileren Branchen Schiff- und Bootsbau, Schienenfahrzeugbau sowie Luft- und Raumfahrzeugbau betrug der Rückgang 35,3 % bzw. 33,8 %. Bei allen Aprilwerten handelt es sich derzeit noch um Schätzungen des europäischen Amts für Statistik, Eurostat.

Vergleich mit März 2009

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Auftragseingänge für Verbrauchsgüter in der Eurozone um 1,8 %. In der EU27 fielen sie jedoch um 0,9 %. Vorleistungsgüter nahmen um 0,7 % bzw. 0,4 % ab. Gebrauchsgüter sanken um 0,9 % in der Eurozone, stiegen aber um 0,8 % in der EU27. Investitionsgüter wiesen einen Rückgang von 2,4 % bzw. 3,9 % auf.

Von den Mitgliedstaaten, für die Daten zur Verfügung stehen, verzeichneten sechs Länder einen Anstieg der Auftragseingänge und zwölf einen Rückgang. In Großbritannien blieb das Auftragsvolumen hingegen stabil. Die höchsten Zuwächse meldeten Lettland (+11,3 %), Bulgarien (+9,6 %) und Rumänien (+2,7 %). Die stärksten Rückgänge waren in Portugal (-22,9 %), Dänemark (-13,5 %) und Ungarn (-10,4 %) zu beobachten.

Vergleich mit April 2008

Im Vergleich zum April 2008 fielen im April 2009 die Auftragseingänge für Verbrauchsgüter in der Eurozone um 8,9 % und in der EU27 um 7,4 %. Gebrauchsgüter nahmen um 26,0 % bzw. 22,6 % ab. Vorleistungsgüter sanken um 38,3 % in der Eurozone und um 36,3 % in der EU27. Investitionsgüter wiesen einen Rückgang von 39,1 % bzw. 39,5 % auf.
Die Auftragseingänge im auftragsorientierten verarbeitenden Gewerbe fielen in allen Mitgliedstaaten, für die Daten zur Verfügung stehen. Die stärksten Rückgänge waren in Estland (-44,4 %), Deutschland (-39,5 %) und Litauen (-39,4 %) zu beobachten. Über die niedrigsten durften sich die Polen (-20,3 %), Letten (-22,1 %) und Rumänen (-24,1 %) freuen.

(Eurostat/ml)