EU-Kommission will Finanzderivate entschärfen

Binnenmarkt-Kommissar Charlie McCreevy
EU-Kommissar Charlie McCreevy

In einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung kündigte die EU-Kommission an, Finanzderivate angesichts ihrer Rolle in der Finanzkrise in Zukunft genauer kontrollieren zu wollen. Finanzderivate verbriefen das Recht, zu einem fixen Preis zu kaufen oder zu verkaufen und sind an einen Basiswert gekoppelt. Die Derivate spielten zwar eine wichtige Rolle in der Wirtschaft, doch die Krise habe gezeigt, dass sie der Finanzstabilität schaden können, begründet Binnenmarkt-Kommissar Charlie McCreevy die Initiative der Kommission. Mit konkreten Schritten sei noch in diesem Jahr zu rechnen.

Die Kommission beschreibt vier Wege, um die Risiken bei Derivaten zu begrenzen: eine Standardisierung, eine zentrale Datensammlung, ein zentrales Clearing der Geschäfte und ein öffentlicher Handel für bestimmte standardisierte Derivate.

Zunächst will die Kommission bis zum 31. August 2009 Reaktionen auf ihre Vorschläge sammeln. Für den 25. September ist dann eine öffentliche Anhörung geplant. Weitere Initiativen – wenn nötig sogar Vorschläge für gesetzliche Änderungen – sollen ebenfalls noch in diesem Jahr folgen.

(EU-Kommission/ml)