Gründung, eine Alternative zur Arbeitslosigkeit

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In wirtschaftlich unruhigen Zeiten nehmen die Existenzgründungen zu, denn der Schritt in die Selbstständigkeit ist für viele eine Alternative zur Arbeitslosigkeit, stellt die Bundesagentur für Arbeit (BA) derzeit wieder einmal fest und versichert, sie stehe den Gründungswilligen mit Beratung und unterschiedlichen finanziellen Hilfen bei. Auch viele Arbeitsuchende in der Grundsicherung sehen eine Existenzgründung als Chance, beruflich wieder Fuß zu fassen. Seit Jahresbeginn wurden rund 12.000 Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) durch die Jobcenter bei einer Gründung unterstützt. Der Anteil der Männer zwischen 30 und 50 Jahren ist besonders hoch.

Die Unterstützung durch die Jobcenter reicht von der Entwicklung der Geschäftsidee, über die Beratung in Finanzierungsfragen bis hin zur Geschäftseröffnung. Um diese Hilfe leisten zu können, haben sich die Arbeitsagenturen vor Ort mit Kammern, Kreditinstituten, Bildungsträgern und Arbeitgeberverbänden eng vernetzt. „Unser Ziel ist es, den Hilfebezug und die Abhängigkeit von Sozialleistungen in absehbarer Zeit und vor allem dauerhaft zu beenden. Die Selbstständigkeit kann hier eine realistische Option sein. In vielen Grundsicherungsstellen haben wir spezielle Fachkräfte, die rund um das Thema Selbstständigkeit beraten und informieren“, so Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA. „Gerade in Krisenzeiten nehmen die Existenzgründungen zu. Daher rechnen wir in den kommenden Monaten mit einem steigenden Beratungsbedarf.“

Dass die Existenzgründungen von Hartz-IV-Empfängern durchaus erfolgreich sind, zeige ein Blick in die Statistik, so die BA. Fast 90 % der geförderten Selbstständigen sind laut dieser sechs Monate nach der Förderung noch immer auf dem Arbeitsmarkt. Nur jeder Zehnte kehre nach einem halben Jahr in die Arbeitslosigkeit zurück. „Eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Statistisch gesehen werden mit jeder Existenzgründung innerhalb der ersten zwei Jahre mindestens zwei neue Arbeitsplätze geschaffen“, freut sich Alt.

Es gebe jedoch auch negative Entwicklungen, warnt Alt. Ende 2008 gab es 114.000 Selbstständige in der Grundsicherung, zwei Jahre zuvor waren es 56.000. Damit hat sich die Zahl der sogenannten „aufstockenden Selbstständigen“ fast verdoppelt und der Trend setzt sich weiter fort. Dies zeige, dass immer mehr Selbstständige mit ihrem Einkommen nicht das Existenzminimum absichern können, kritisiert das Vorstandsmitglied Alt. Über die Hälfte der selbstständig tätigen Hilfebedürftigen haben monatlich weniger als 400 Euro Einkommen. Aufgrund von Auftragsmangel oder der derzeit schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind sie auf zusätzliche Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen. Diese Entwicklung sei bedenklich. Hier brauche man zusätzliche Angebote, um die Hilfebedürftigkeit nachhaltig zu beenden.

Den aktuellen Bericht zur Selbstständigkeit im SGB II gibt es im Internet als kostenlosen Download.

(BA/ml)