Nur Westen Deutschlands verliert offene Stellen

Die Zahl der offenen Stellen schwindet – das ist angesichts der Rezession kein Wunder. Aber der Schwund trifft nur den Westen Deutschlands, wie kürzlich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) errechnete. So gab es im zweiten Quartal 2009 in ganz Deutschland 897.000 offene Stellen, und damit 230.000 weniger als ein Jahr zuvor. Während aber die Zahl der offenen Stellen in Westdeutschland um mehr als 255.000 auf rund 700.000 zurückging, verzeichnete Ostdeutschland sogar einen Anstieg um 25.000 auf 195.000.

„Die ostdeutsche Wirtschaft ist weniger exportabhängig und daher von der Wirtschaftskrise auch weniger hart betroffen“, kommentiert IAB-Arbeitsmarktexpertin Anja Kettner die Ergebnisse.

In den Bereichen Metall, Maschinenbau, Elektrotechnik und Fahrzeuge ging die Zahl der offenen Stellen am stärksten zurück – bundesweit um rund zwei Drittel. Über alle Branchen hinweg betrachtet gab es ein Fünftel weniger offene Stellen als vor einem Jahr.

Das IAB fragte die Betriebe und Verwaltungen auch nach ihren Beschäftigungserwartungen. Immerhin 13 % erwarteten eine Zunahme in den kommenden zwölf Monaten. Von einem gleichbleibenden Stand gingen 71 % aus. Mit einem Rückgang ihrer Beschäftigtenzahlen rechneten 16 %. Dazu die IAB-Expertin Kettner: „Die Beschäftigungserwartungen sind in der Summe nicht so negativ, wie man es angesichts mancher Schlagzeilen vielleicht erwartet hätte“.

Diese Umfrageergebnisse entstammen einer vierteljährlichen Erhebung des IAB, in der das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden, erfasst wird. In der aktuellen Erhebung wurden 8000 Arbeitgeber befragt. Eine Tabelle mit den Ergebnissen zum gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot steht im Internet kostenlos zur Verfügung.

(idw/ml)