Osten der Republik krisenfester als der Westen

Die Industrie in Ostdeutschland komme vergleichsweise robust durch die Krise, stellte Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) am Mittwoch anlässlich einer Veranstaltung des Verbandes der Wirtschaft Thüringens in Erfurt fest. Gerade Thüringen überflügle dabei so manches alte Bundesland. Grund sei die hohe Flexibilität und die geringere Abhängigkeit der neuen Bundesländer von Exporten.

Gemessen an der Industriedichte belegt Thüringen den Spitzenplatz unter den neuen Ländern. Bundesweit liegt Thüringen auf Rang 5, vor klassischen westdeutschen industriell geprägten Ländern wie Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Der Anteil der industriellen Wertschöpfung am Bruttoinlandsprodukt in Thüringen ist fast doppelt so groß wie in Großbritannien.

Sorge bereite die Liquiditätssicherung der Unternehmen, klagte Schnappauf. „In den neuen Bundesländern spitzen sich Finanzierungsprobleme nochmals zu. Umfragen zeugen von höheren Kredithürden in Ostdeutschland im Vergleich zu Westdeutschland.“

Während laut BDI in Westdeutschland 23 % Investitionskredite abgelehnt wurden, waren es in Ostdeutschland 32 %. „Die Banken stehen in der Pflicht, eine Kreditklemme zu verhindern. Mangelnde Liquidität gefährdet die Finanzierung des Aufschwungs“, warnte Schnappauf. Die Krise dürfe nicht gefährden, was in 20 Jahren deutscher Einheit aufgebaut wurde, appellierte Schnappauf an die Banken.

(BDI/ml)