Goldpreis durchbricht 1000-Dollar-Grenze

Am Dienstag überschritt der Goldpreis für eine Feinunze Gold (31,1 g) die Grenze von 1000 US-Dollar. Experten sprechen von einer „magischen“ Grenze. Derartige runde Werte bilden an den Märkten und Börsen in aller Regel emotionale Barrieren. Werden sie durchbrochen, folgt häufig eine weitere Steigerung. Mit dem gestrigen Preis von knapp über 1000 Dollar stieg der Goldpreis seit Jahresbeginn um rund 14 %. Der Preisanstieg ist allein auf die gestiegene Nachfrage der Anleger zurückzuführen. Weder die Produktionskosten noch die industrielle Nachfrage haben sich seit Jahresbeginn wesentlich geändert.

Wertsteigerungen bei Rohstoffen ohne einen tatsächlich gestiegenen industriellen Bedarf oder eine produktionsseitige Verknappung können sich jederzeit wieder verflüchtigen, wenn konträre emotionale Faktoren die Rohstoffbörsen beeinflussen. Hintergrund der gestiegenen Nachfrage nach Gold ist zum größten Teil eine erhöhte Angst vor einer kommenden Inflationsphase und damit ebenfalls weitgehend emotional und nicht sachlich bedingt. Eine weitere Rolle dürfte allerdings der gesunkene Dollar spielen. Eine derartige wechselseitige Beeinflussung – hoher Dollarkurs, niedriger Goldpreis und vice versa – ist ein klassisches Phänomen.

Alles in allem besitzt der gegenwärtige hohe Goldpreis ein wenig solides Fundament. Experten rechnen dennoch mit einem weiteren Anstieg bis zum Jahresende auf die nächste magische Marke von 1100 US-Dollar.

(ml)