Kreditklemme kein Investitionshemmnis

Die Kreditauskunftei Creditreform glaubt nicht, dass eine Kreditklemme für den Investitionsrückgang verantwortlich ist. Unstrittig sei zwar, dass sich die Finanzierungskonditionen für die deutschen Unternehmen seit dem Ausbruch der Finanzkrise merklich verschlechtert haben. Das liege daran, dass die Kreditinstitute wegen steigender Insolvenz– und Kreditausfallzahlen ihre Risikoeinschätzungen ändern mussten. Echte Finanzierungshemmnisse seien aber nur in Einzelfällen der Grund, warum Investitionen des Mittelstands ausbleiben.

Eine Sonderauswertung der aktuellen Creditreform Mittelstandsbefragung, an der sich knapp 4000 vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen beteiligten, belege, dass der Anteil der Unternehmen, die aufgrund von Finanzierungsproblemen an der Durchführung von Investitionen gehindert werden, sogar niedriger ausfällt als in den Vorjahren, behauptet Creditreform. So hätten in den ersten sechs Monaten 2009 nur gut 17 % der Unternehmen aus Finanzierungsgründen ihr Investitionsvorhaben aufgeben müssen (2008: 21,5 %; 2007: 20,9 %).

Der überwiegende Teil der nicht investierenden Unternehmen (78,7 %) halte sich offenbar aus anderen Gründen mit Investitionsausgaben zurück. Zum einen hätten die Firmen bereits während des vergangenen Wirtschaftsbooms massiv investiert. Zum Zweiten sei die derzeit zu beobachtende Investitionszurückhaltung weitgehend der Unsicherheit über die künftige konjunkturelle Entwicklung geschuldet. Daher benötigten die Unternehmen auch weniger Finanzmittel.

(Creditreform/ml)