ifo Konjunkturtest
Dienstleister verspüren etwas raueres Geschäftsklima

Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft
Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft

Während den deutschen Dienstleistern laut ifo In­sti­tut das Geschäftsklima im November etwas rauer erscheint (Rück­gang des Klimawerts von 2,4 auf 1,9 Zähler), verspürt die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands erneut ein deutlich milderes Klima (aktueller Wert 93,9 Zähler nach 92,0 Zählern im Oktober). Die Unternehmen sind nicht mehr ganz so unzufrieden mit ihrer derzeitigen Geschäfts­situ­ation (Anstieg von 87,4 auf 89,1 Zähler). Auch ihr Ausblick auf die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr fällt günstiger aus als im Vormonat (Anstieg von 96,8 auf 98,9 Zähler).

Die positiven und die negativen Erwartungen halten sich in der gewerblichen Wirtschaft nun die Waage. Sie arbeitet sich weiter aus der Krise. Der saisonbereinigte Saldo für die gewerbliche Wirtschaft verbesserte sich deshalb recht deutlich von einem Saldowert -16,7 im Oktober auf den aktuellen Novemberwert von -12,9.

Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen
Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima sichtlich aufgehellt. Entsprechend legte der Saldo von 16,6 auf -11,2 zu. Die aktuelle Geschäftssituation ist bei den Industrieunternehmen merklich weniger schlecht als im Oktober. Ihre Geschäftsperspektiven für die nächsten sechs Monate beurteilen sie zudem erneut positiver. Auch ihre Exportchancen schätzen sie etwas besser ein. Die Personalplanungen der Industriefirmen sind etwas weniger stark auf Beschäftigungsreduzierung ausgerichtet als bislang.

Im Großhandel und im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima ebenfalls verbessert. So steig der Saldo im Großhandel von -10,8 auf -8,1 Zähler und im Einzelhandel von -17,2 auf -13,4 Zähler an. In beiden Handelsstufen blicken die Unternehmen weniger kritisch auf die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten. Die Einzelhändler bewerten auch ihre augenblickliche Geschäftslage günstiger. Die Großhändler stufen ihre Geschäftssituation im November nahezu unverändert ein.

Im Gegensatz dazu ist im Bauhauptgewerbe der Geschäftsklimaindex leider wieder gesunken. So liegt der aktuelle Wert bei -27,3 nach -25,3 im Oktober. Zwar bewerten die Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage ähnlich wie im vergangenen Monat, die weitere Geschäftsentwicklung schätzen sie aber merklich zurückhaltender ein.

ifo-Geschäftsklima in der Dienstleistungswirtschaft
ifo-Geschäftsklima in der Dienstleistungswirtschaft

Das ifo Geschäftsklima im Dienstleistungsgewerbe Deutschlands hat sich im November ebenfalls geringfügig eingetrübt. Sein aktueller Wert liegt bei 1,9 Zählern nach 2,4 Zählern im Oktober. Die aktuelle Geschäftslage ist den Unternehmensmeldungen zufolge wieder ungünstiger als im Oktober (Rückgang des Teilindex von -2,0 auf -4,0). Hinsichtlich der Entwicklung im kommenden halben Jahr sind die Unternehmen dagegen etwas zuversichtlicher (8,0 Zähler nach 7,0 Zählern im Oktober), nachdem sich ihre Erwartungen im vergangenen Monat eingetrübt hatten. Bei der Einstellung von zusätzlichem Personal wollen sich die Dienstleister stärker zurückhalten als bisher.

(ifo/ml)