Anlagestrategien
Frauen sind erfolgreichere Anleger als Männer

Abseits ideologischer oder stammtischgeprägter Diskussionen beweist eine aktuelle Studie der DirektAnlageBank (AWD), dass Frauen im Durchschnitt die erfolgreicheren Anlagestrategien einsetzen. Das Ergebnis basiert auf der Auswertung von 465.000 Privatkundendepots. Das Geheimnis des weiblichen Erfolgs: Frauen legen bei ihren Finanzentscheidungen ein höheres Maß an Sicherheit an.

So halten weibliche Anleger in ihren Depots weniger risikobehaftete Anlagen wie zum Beispiel Aktien und mehr festverzinsliche Wertpapiere. Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Anlegerinnen schichten im Jahresschnitt deutlicher weniger in ihren Depots um. AWD-Finanzexperte Thorsten Sagmüllner: „Frauen stehen mehr zu den von ihnen getroffenen Entscheidungen“. Schon die alte Börsenweisheit „Hin und her macht Taschen leer“ warnt schließlich vor zu nervösen Anlagestrategien.

Das Studienergebnis beweist sogar, dass Frauen auch in einem generell guten Börsenjahr – trotz geringerer Aktienquote – eine bessere Performance ausweisen. So im Jahr 2007, als sie durchschnittlich 18 % Wertzuwachs erzielten und Männer 14 %. Im schlechten Börsenjahr 2008 ging der Depotwert bei Frauen um 30 % zurück und bei Männern um 36 %.

Die AWD-Experten wissen aber auch, dass das gute Ergebnis nicht nur dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Frauen und deren Vernunft geschuldet ist. So ergab eine andere Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass der höhere Anlageerfolg von Anlegerinnen – zumindest zum Teil – dem geringeren Vermögen und Einkommen entspringt. Das DIW spricht von einem durchschnittlich nur halb so hohen Vermögen von Frauen. Dieses zwinge Frauen zu einem weniger riskanten Einsatz (siehe unsere Meldung vom 25. November 2009).

(ots/ml)