Creditreform Wirtschaftsindikator
Insolvenzrisiken im Mittelstand abermals gestiegen

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Die Anzeichen für einen Aufschwung der mittelständischen Wirtschaft sind im vierten Quartal 2009 zahlreicher geworden. Der Creditreform Wirtschaftsindikator notiert mit +8,0 Punkten 1,1 Zähler über dem Vorquartalsstand (+6,9 Punkte). Die Erholung dürfte aber eher zögerlich ausfallen. Ein Ausgleich des scharfen Rezessions­einbruchs wird noch einige Quartale auf sich warten lassen. Die Experten der Creditreform warnen, in vielen Branchen sei die Insol­venz­an­fäl­lig­keit der Unternehmen weiter gestiegen. Die mittel­stän­dischen Unternehmen gehen dennoch mit überwiegend zu­ver­sicht­lichen Geschäftserwartungen in die kommenden Monate. Die Experten erwarten deshalb eine Fortsetzung der Aufschwung­ten­denzen.

Die Zahl der optimistischen Unternehmen überwiegt die Zahl der Pessimisten um 5,2 Prozentpunkte. Im Quartal zuvor war die Mehrheit mit 2,7 Prozentpunkten deutlich knapper ausgefallen.

Der bereits vier Quartale in Folge anhaltende Aufwärtstrend signalisiert eine relativ stabile, aber eher zögerliche Erholung. (Quelle: Creditreform)

Die Auswirkungen des Rezessionsjahres 2009 seien unübersehbar, warnen die Ökonomen. So habe sich die Insolvenzanfälligkeit der mittelständischen Unternehmen im vierten Quartal erneut leicht erhöht. Das signalisiere der Creditreform Risiko Indikator (CRI), das zentrale Insolvenzrisikomaß, der auf 2,30 gestiegen ist. Das bedeutet: Von 10.000 Unternehmen weisen derzeit 230 Unternehmen ein Negativmerkmal auf, z. B. einen massiven Zahlungsverzug oder einen Insolvenzantrag.

Der durchschnittliche Bonitätsindex für deutsche Unternehmen verschlechterte sich im vierten Quartal 2009 um einen Zähler auf die Note 2,62 (Vorquartal: 2,61). Vor zwei Jahren erreichte das mittlere Krediturteil noch die Note 2,58. Der Zahlungsverzug bei überfälligen Rechnungen beträgt durchschnittlich 12,37 Tage (Vorquartal: 13,02 Tage).

Schlechter als im Vorquartal ist die Wirtschaftslage laut Creditreform im Einzelhandel. Trotz Erholung ist das Branchenbarometer der Verkehrs- und Logistikwirtschaft noch immer mit einem negativen Vorzeichen behaftet. Die wirtschaftliche Situation der Betriebe sei weiterhin sehr angespannt, warnen die Experten. Deutlich verbessert habe sich die Konjunkturlage während der vergangenen drei Monate in den exportabhängigen Industriesektoren wie der Chemie. Auch die Dienstleistungsbereiche ziehen an. Die Entwicklung im Baugewerbe und der Grundstoffindustrie komme dagegen einer Stagnation gleich.

Der Gesamtbericht und Branchenreport Creditreform Wirtschaftsindikator 1/2010 mit den Analysen des vierten Quartals 2009 steht als kostenloser Download im Internet bereit.

(Creditreform/ml)