Personalpolitik
Loyalität deutscher Arbeitnehmer in der Krise gestiegen

Der Konjunkturrückgang der letzten Jahre hat offenbar die Bindung zwischen Unternehmen und ihren Angestellten gestärkt: Durchschnittlich 23 % der deutschen Arbeitnehmer sind ihrem Arbeitgeber gegenüber loyaler als vor der Wirtschafts- und Finanzkrise. Das ergab eine internationale Studie des Personaldienstleisters Kelly Services. Laut dieser Studie fühlen sich zudem ältere Mitarbeiter stärker an ihr Unternehmen gebunden als ihre jüngeren Kollegen.

Laut der Befragung sind gutes Management und aktive Kommunikation die wichtigsten Voraussetzungen für mehr Loyalität, während schlechte Geschäfts- und Mitarbeiterführung, mangelnde Arbeitsmoral und unzureichende Kommunikation dazu führen, dass die Bindung der Angestellten zum Unternehmen nachlässt.

„Unternehmen, die im Hinblick auf die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen offen kommuniziert und sich bestmöglich um ihre Angestellten gekümmert haben, konnten so das Vertrauen und die Bindung der Mitarbeiter in Zeiten der Krise stärken“, stellt Ralf Heiden, Geschäftsführer von Kelly Services Deutschland, fest. Diese höhere Loyalität führe dazu, dass die Mitarbeiter engagierter und konzentrierter sind. Das zahle sich nach der Krise als entscheidender Vorteil für die betreffenden Unternehmen aus, ist sich Heiden sicher.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

  • 43 % der befragten Angestellten geben an, ihrem gegenwärtigen Arbeitgeber gegenüber „absolut loyal“ zu sein, bei den 48- bis 65-Jährigen ist es sogar die Hälfte.
  • Auf die Frage nach dem entscheidenden Faktor, der über die Bindung zum Arbeitgeber entscheidet, nennen 49 % interessantere und anspruchsvollere Aufgaben. Für 19 % ist mehr Verantwortung wichtig, nur 14 % halten ein höheres Gehalt oder sonstige Vergütungen für essentiell.
  • Nach dem wichtigsten Faktor befragt, der sie zur Kündigung bewegen würde, nennen 25 % der Befragten schlechtes Management, gefolgt von mangelnder Kommunikation (20 %) und unzureichender Vergütung (16 %).
  • Die Reputation des Unternehmens ist bei der Jobwahl und der Frage, ob sie ihrem Arbeitgeber treu bleiben, für 41 % der 48- bis 65-Jährigen ein sehr wichtiger Faktor; bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 19 %.

Für die befragten Arbeitnehmer wird die Reputation eines Unternehmens vor allem durch die Qualität von Geschäftsführung und Mitarbeitern sowie Produkten und Services bestimmt. In geringerem Maße tragen dagegen globale Marktpräsenz, finanzielle Ausstattung und gesellschaftliches Engagement (Corporate-Social-Responsibility Initiativen) zum guten Ruf bei.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Bezahlung im Hinblick auf die Motivation der Mitarbeiter weniger bedeutend ist, als viele Unternehmen glauben“, warnt Heiden. „Um ihre Mitarbeiter zu motivieren, müssen Arbeitgeber dagegen vor allem für ein Umfeld sorgen, das die persönliche Entwicklung fördert sowie interessante und verantwortungsvolle Aufgaben ermöglicht.“

Für die Studie wurden zwischen Oktober 2009 und Ende Januar 2010 rund 134.000 Arbeitnehmer befragt, darunter über 2000 Deutsche.

(na/ml)