Diskussion um Nachhaltigkeitslabel
Vorhandene Gütesiegel um Nachhaltigkeit ergänzen

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Verbraucher wollen sich vor dem Kauf immer öfter darüber in­for­mie­ren, ob der Teppich auch wirklich ohne Kinderarbeit gefertigt wurde oder das Spielzeug tatsächlich giftfrei ist. Wessen Produkte der­ar­tige Kriterien nachweislich erfüllen, ist am Markt klar im Vorteil. Unterschiedliche Label und Siegel helfen den Konsumenten zwar schon heute, eine gute Wahl zu treffen. Doch bisher gibt es kein Label, das öko­lo­gi­sche und ökonomische Kriterien sowie soziale Aspekte gleichermaßen abdeckt. Eine neue Studie des Öko-Ins­ti­tuts und des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) kommt jedoch zu dem Schluss, dass ein einheitliches Nach­hal­tig­keits­la­bel über alle Produktgruppen hinweg nicht sinnvoll ist.

Zwar gelte: „Wenn Verbraucher rundherum nachhaltig konsumieren wollen, fehlt ihnen bisher eine einfache orientierende Signalanlage“, so Projektleiterin Dr. Jennifer Teufel vom Öko-Institut. Es wäre aber „sehr aufwändig und teuer, ein einheitliches Nach­hal­tig­keits­la­bel auf dem Markt einzuführen“, gibt die Wissenschaftlerin zu bedenken. Zudem bestehe die Gefahr, dass die renommierten und bekannten Siegel durch ein neues Nach­hal­tig­keits­la­bel relativiert würden. Deshalb raten die Wissenschaftler von diesem Weg ab. Sie schlagen stattdessen die Weiterentwicklung der bestehenden Umwelt- und Sozialsiegel in Richtung Nachhaltigkeit vor.

Dies sollte laut Studie am besten in mehreren Stufen erfolgen. „Aus unserer Sicht ist es zunächst wichtig, gemeinsam mit den Beteiligten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik informelle Gütekriterien für Produktkennzeichen zu erarbeiten, die aufzeigen, was Nachhaltigkeit in Kennzeichen erfordert“, konkretisiert Dr. Frieder Rubik vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung die Erkenntnisse. „Daraus könnten sich gemeinsame Nachhaltigkeitsstandards ergeben. Am Ende des Diskussionsprozesses sollen dann die bestehenden Zeichen diese Standards für sich selbst umsetzen.“ Aus Sicht der Experten könnte dieser Prozess in rund drei Jahren umgesetzt werden.

Die vollständige Studie steht als kostenloser Download zur Verfügung.

(Öko-Institut/ml)