DIW-Konjunkturbarometer April 2010
Harter Winter konnte Konjunktur nicht ausbremsen

Bruttoinlandsprodukt
Bruttoinlandsprodukt

Der von vielen Ökonomen wegen des harten Winters befürchtete Abschwung ist nach Angaben des Berliner Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht eingetreten. So haben sich die Ausfuhren nach einem harten Rückschlag im Januar wieder etwas erholt. Die verhalten positive Entwicklung in der Industrie blieb ungebrochen. Das Konjunkturbarometer des DIW geht deshalb für das erste Vierteljahr 2010 von einem moderaten Anstieg des realen Bruttoinlandsproduktes um 0,4 % aus.

Im zweiten Quartal 2010 erwartet das DIW Berlin eine noch stärkere Belebung der wirtschaftlichen Aktivität und dem entsprechend einen Zuwachs des realen Bruttoinlandsproduktes um 0,7 Prozent. Der Aufwärtstrend wird in erster Linie von der Bauwirtschaft gespeist; nach dem ungewöhnlich harten Winter haben die Auftragseingänge bei einzelnen Bausektoren zuletzt zweistellig zugelegt.

Parallel ist laut DIW eine wesentliche Verbesserung diverser Stimmungsindikatoren zu verzeichnen. Das Institut erwartet, dass sich auch der private Verbrauch im aktuellen Quartal etwas positiver entwickeln wird.

„Der gute Ausblick auf das zweite Quartal sollte jedoch nicht zur Euphorie verleiten“, so DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin. „Das Wachstum ist kurzfristig erhöht, weil die Konjunkturprogramme noch wirksam sind. Erst wenn eine deutliche Expansion die Kernbereiche der Industrie erreicht, wird man von einem stabilen Wachstum reden können.“

(DIW/ml)