KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
Mittelständler beurteilen Lage wieder positiv

Geschäftsklima im Mittelstand
Geschäftsklima im Mittelstand

Das Geschäftsklima im Mittelstand ist im März – nach einem Rückschlag im Februar – wieder auf Erholungskurs. Wie die KfW Bankengruppe und das ifo Institut mitteilen, verbesserte sich der zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittel­stands­ba­ro­meters im Februar um 5,5 Zähler auf 6,5 Sal­den­punkte. Dieser Anstieg macht nicht nur den Verlust im Februar (-1,8 Zähler) wett; er fiel auch dreimal stärker als üblich aus und ist der zweitstärkste seit Beginn der Berechnungen vor 19 Jahren.

Kräftige Impulse kamen von beiden Komponenten des Klimaindikators: Während im März die Geschäftserwartungen für die Monate April bis September um 4,0 Zähler auf 12,3 Saldenpunkte stiegen, legte die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sogar um 6,8 Zähler auf 0,9 Saldenpunkte zu. Damit stieg der Lage-Indikator zum ersten Mal seit dem Beginn der massiven Lageverschlechterungen im November 2008 wieder leicht über die Nulllinie.

Ähnlich positiv zeigte sich die Stimmung bei den Großunternehmen. Deren Geschäftsklima verbesserte sich gegenüber Februar um 7,9 Zähler auf 4,5 Saldenpunkte. Es stieg damit zum ersten Mal seit Juli 2008 wieder über die Nulllinie und näherte sich dem Vergleichswert der Mittelständler bis auf zwei Zähler an. Ausschlaggebend hierfür ist die sehr starke Aufhellung der Lageurteile (+12,6 Zähler auf -6,6 Saldenpunkte), während die Geschäftserwartungen bereits seit einigen Monaten auf einem sehr hohen Niveau liegen und jetzt mit +2,2 Zählern auf 16,2 Saldenpunkte nur einen relativ geringen Wachstumsbeitrag leisten.

Trotz dieses starken Anstiegs gehört der Lage-Indikator für Großunternehmen zu den nur noch wenigen Indikatoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers, die im negativen Bereich verharren.

Hierzu zählen auch die Absatzpreiserwartungen der Firmen, die trotz deutlicher Anstiege in beiden Unternehmensgrößenklassen unter der Nulllinie blieben. Die schwache Preissetzungskraft deutet auf eine weiterhin wenig dynamische Nachfrage hin. Immerhin ist die Erholung aber so weit fortgeschritten, dass die Firmen ihre Beschäftigungspläne im März weiter nach oben korrigieren (Mittelstand: +2,5 Zähler; Großunternehmen: +1,8 Zähler).

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe ist über die Entwicklung erfreut: „Der dynamische Start des Mittelstands, wie auch der Großunternehmen in den Frühling hat im Ausmaß – nicht in der Richtung – positiv überrascht. Gleichwohl gibt es keinen Anlass, das Bild einer lediglich schwachen bis moderaten Erholung zu revidieren.“ Zum einen spräche aus den Zahlen die Erleichterung über das Ende des ungewöhnlich harten Winters. Zum anderen vollziehe der deutliche Anstieg der Lageurteile nur nach, was die bereits seit längerem hohen Erwartungen schon angekündigt hatten, so Irsch weiter. Insofern bestätige das März-Ergebnis die Einschätzung, dass es nach einem witterungsbedingt schwachen ersten Quartal zu einer deutlichen Belebung der Wirtschaftsaktivität im Frühjahr kommen wird.

Mit Blick auf das zweite Halbjahr erwartet der KfW-Experte jedoch, dass sich zentrale Belastungsfaktoren wie die weiter enorme Unterauslastung der Kapazitäten sowie die steigende Arbeitslosigkeit vor allem in der Binnenkonjunktur wieder stärker bemerkbar machen. Das diesjährige Realwachstum werde kaum über 1 ½ % hinausgehen, prognostiziert Irsch.

(KfW/ml)