Öko-Studie für Kommunalpolitiker
Städte und Gemeinden können von der Natur profitieren

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Eine neue Studie für lokale und regionale Entscheidungsträger wurde diese Woche weltweit in den Städten Curitiba (Brasilien), Neu-Delhi (Indien), Kapstadt (Südafrika) und Gent (Belgien) vorgestellt. Sie zeigt, wie Städte und Gemeinden durch ökologische Maßnahmen Geld sparen und dabei gleichzeitig die lokale und regionale Wirtschaft stärken, die Lebensqualität verbessern, Arbeitsplätze schaffen und die Natur schützen können. Die Studie wurde unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) von Wissenschaftlern der Initiative TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) durchgeführt.

Die Initiative wurde von Deutschland und der Europäischen Kommission auf Vorschlag der G8-Umweltminister im Jahr 2007 gegründet, um den ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt und die Kosten der Naturzerstörung zu untersuchen.

Wie aus der Studie hervorgeht, nimmt der Trend der weltweiten Verstädterung kontinuierlich zu. In den nächsten zwei Jahrzehnten werden etwa 60 % der Weltbevölkerung in urbanen Gebieten wohnen. Damit werden Städte und Gemeinden immer mehr zu entscheidenden Akteuren, wenn es darum geht, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und ressourceneffizienten Wirtschaftsordnung zu verwirklichen. Denn die Städte, in denen mehr als die Hälfte der Menschheit lebt, machen zwar nur 2 % der Erdoberfläche aus, verbrauchen aber 75 % der der natürlichen Ressourcen und produzieren 75 % der Abfälle.

Die TEEB-Studie zeigt, wie abhängig Städte und Gemeinden von der Natur sind und dass die Natur – zum Beispiel durch die Bereitstellung von Trinkwasser oder die Luftreinhaltung – preiswerte Lösungen für kommunale Probleme liefert. Lokale und regionale politische Entscheidungsträger werden von den Autoren des Berichts dazu aufgefordert, solche Leistungen der Natur stärker wertzuschätzen und in das Management von Städten, ländlichen Regionen und Schutzgebieten sowie in die Raumplanung zu integrieren. Die Wissenschaftler stellen dazu zahlreiche erfolgreiche Modelle vor.

Die englischsprachige Studie für kommunale Entscheidungsträger steht als kostenloser Download im Internet zur Verfügung. Eine bereits im Juli 2010 veröffentlichte Version für Unternehmen steht ebenfalls als kostenloser Download zur Verfügung.

(BMWi / ml)