KfW-Mittelstandspanel
Mittelstand zeigte in der Krise große Kraft

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Der Mittelstand in Deutschland habe sich in der Finanz- und Wirt­schafts­krise als äußerst robust erwiesen, meldet die KfW Ban­ken­grup­pe in ihrem aktuellen KfW-Mittelstandspanel. Im Jahr 2009 hätten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zwar Um­satz­ein­brüche von 6,2 % erlitten, aber ihre Ertragslage weitgehend stabil halten können. Ihre Umsatzrendite habe immerhin gut 5 % betragen. Diese beachtliche Leistung wird noch getoppt durch die gesell­schafts­po­litisch höchst wichtige Stabilisierung des Arbeitsmarkts. Der Mittelstand schuf – gemessen an seinem Beschäftigungsanteil – mitten in der Krise mehr neue Arbeitsplätze, als die Konzerne.

KMU schufen im vergangenen Jahr 400.000 neue Stellen. Die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt ist demgegenüber um 80.000 zurückgegangen. Motor des Beschäftigungswachstums im Jahr 2009 waren vor allem junge (bis 5 Jahre) und sehr kleine Unternehmen (höchstens 5 vollzeitäquivalent Beschäftigte) sowie wissensintensive Dienstleister. Diese Unternehmensgruppen haben ihre Beschäftigtenzahl um 1,7 % bis 2,5 % gesteigert. Demgegenüber waren vor der Krise wachstumsstarke Segmente wie das Verarbeitende Gewerbe im Jahr 2009 besonders von Umsatzeinbrüchen betroffen (-14,1 %) und verzeichneten einen Beschäftigungsrückgang in Höhe von 2,8 %.

Trotz der Krise waren die mittelständischen Unternehmen in der Lage, ihr Eigenkapital im Schnitt um 8 % und ihre Eigenkapitalquote um 1 Prozentpunkt (auf 26,4 %) anzuheben. „Damit konnten sie ihre Krisenfestigkeit erhöhen und auch ihre Kreditfähigkeit verbessern. Dies hat mit dazu beigetragen, dass die von vielen befürchtete Kreditklemme in Deutschland nicht aufgetreten ist“, lobt KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch.

Der über Jahrzehnte hinweg bewährte Wachstumstreiber Export wurde im Krisenjahr 2009 vorübergehend zum „Wachstumshemmnis“. So mussten exportierende KMU einen um 5 Prozentpunkte stärkeren Umsatzeinbruch hinnehmen als binnenmarktorientierte Mittelständler. In den Jahren 2005 bis 2008 waren auslandsaktive KMU hingegen noch um 4 Prozentpunkte schneller gewachsen als rein auf das Inland fokussierte Firmen.

Insgesamt blicken die mittelständischen Unternehmen hinsichtlich Beschäftigungs-, Umsatz- und Ertragsentwicklung optimistisch in die Zukunft. 44 % der KMU rechnen damit, dass in den Jahren 2010 bis 2012 ihre Umsätze gegenüber 2009 steigen, nur 17 % der Mittelständler erwarten Umsatzrückgänge. Dabei hegen die Mittelständler, die im Krisenjahr mit den größten Umsatz- und Ertragseinbrüchen zu kämpfen hatten, besonders optimistische Zukunftserwartungen.

Für die Ökonomen der KfW ist dies ein Indiz dafür, dass die Rezession 2009 lediglich ein singuläres Ereignis war und keine dauerhaften strukturellen Veränderungen in der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen KMU hervorgerufen hat.

Besonders optimistisch blicken Innovatoren und junge Unternehmen in die Zukunft. Der Saldo ihrer Umsatzerwartungen liegt entsprechend bei 54 bzw. 42 Prozentpunkten: Auch die exportorientierten Mittelständler wie beispielsweise Unternehmen des forschungs- und entwicklungsintensiven Verarbeitenden Gewerbes erwarten überdurchschnittlich starke Umsatzzuwächse. Die Orientierung auf die Auslandsmärkte hat sich somit nur kurzfristig als Nachteil erweisen. Langfristig böten Auslandsmärkte unverändert deutlich höhere Wachstumspotenziale, so die KfW.

„Für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands ist – neben kontinuierlichen Innovations- und FuE-Anstrengungen – auch eine ausreichende Zahl an Gründungen, gerade im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen, unabdingbar. Die Orientierung auf Auslandsmärkte wird auch in Zukunft für viele mittelständische Unternehmen mehr Chancen als Risiken bieten und daher ein tragfähiges Geschäftsmodell sein“, glaubt KfW-Experte Irsch.

Die Studie KfW-Mittelstandspanel 2010 steht als kostenloser Download im Internet zur Verfügung (Kurzfassung hier).

(Kfw Bankengruppe /ml)