Studie
Internet der Dienste liefert massive Wachstumsimpulse

Berlecon-Studie - Internet der Dienste
Berlecon-Studie - Internet der Dienste

Laut einer vor Kurzem von Berlecon Research im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) veröffentlichten Studie entsteht im Internet eine neue Dienstleistungswirtschaft mit Umsatzpotenzialen in Milliardenhöhe, von der nicht nur die deutsche IKT-Branche, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft profitieren soll. Unternehmen und Politik müssen die Wachstumspotenziale allerdings rechtzeitig erkennen und systematisch erschließen.

Die Studie Das wirtschaftliche Potenzial des Internet der Dienste wurde von Berlecon gemeinsam mit der ISS International Business School of Service Management, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und Pierre Audoin Consultants (PAC) durchgeführt.

Zentrales Ziel der Studie ist die qualitative und quantitative Bewertung der wirtschaftlichen Potenziale des Internet der Dienste und die Identifizierung standortspezifischer Chancen und Herausforderungen für Deutschland. Auf Basis der Analysen von IKT-Anbietermärkten und ausgewählten IKT-Anwenderbranchen soll die Studie konkrete Handlungsempfehlungen für die Wirtschafts- und Technologiepolitik der Bundesregierung und für Unternehmensstrategien von IKT-Anbietern und -Anwenderunternehmen liefern.

Im so genannten Internet der Dienste wächst die Palette an Dienstleistungen durch Technologien wie Cloud Computing, Serviceorientierte Architekturen (SOA) oder Webservices. Unternehmen aller Branchen können innovative Servicemodelle entwickeln und neue Umsatzpotenziale erschließen.

Laut der Studie sollen die Umsätze mit Public Cloud Computing in Deutschland von heute 650 Mio. Euro auf über 20 Mrd. Euro im Jahr 2025 anwachsen, was etwa 20 % der gesamten IT-Ausgaben deutscher Unternehmen entsprechen würde. Allein im Bereich der internetbasierten Softwarelösungen (Software as a Service, SaaS) sollen die Aufwendungen bis 2025 auf 11 Mrd. Euro ansteigen und damit 90 % der Gesamtausgaben für Standardsoftware in Deutschland ausmachen. Hinzu kommen Umsätze im Projektgeschäft in Höhe von geschätzten 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2025.

Diese Zahlen berücksichtigen noch nicht den Markt für Private Cloud Computing, der heute rund zweieinhalb Mal so groß ist wie der für Public-Cloud-Angebote. Nicole Dufft, GF, Berlecon Research:

„Wir gehen jedoch davon aus, dass im Jahr 2025 die Public Cloud die Private Cloud überholt haben wird. Während wir im Jahr 2025 Public-Cloud-Umsätze von ca. 20 Mrd. erwarten, werden Private-Cloud-Leistungen nur noch für ein Umsatzvolumen von etwa 10 Mrd. verantwortlich sein.“

Für den gesamten deutschen Cloud-Markt erwarten die Autoren der Studie einen Umsatzanstieg von derzeit ca. 2,4 Mrd. auf 30 bis 35 Mrd. Euro in 2025.

Die Analysen zeigen, dass der Bezug von IKT-Ressourcen als webbasierte Dienstleistung keine kurzfristige Modeerscheinung ist. Für die IKT-Branche bedeutet das eine tiefgreifende Veränderung der Marktstrukturen.

„IKT-Anbieter müssen sich darauf vorbereiten, sonst laufen sie Gefahr zurückzufallen oder sogar ganz vom Markt zu verschwinden. Insbesondere kleine und mittelständische IKT-Anbieter müssen neue Wege beschreiten, um langfristig am Markt bestehen zu können“,

so Dufft. Gerade für KMU bietet das Internet der Dienste aber auch neue Chancen. Sie können beispielsweise durch die Anbindung an große Cloud-Plattformen leichter größere Kundenkreise gewinnen und internationale Märkte erschließen.

Die gesamte Studie sowie ein Executive Summary der Analyse stehen auf der Berlecon-Webseite zum kostenlosen Download zur Verfügung. (Quelle: Berlecon Research/GST)