Automatenbranche
Glücksspiele dürfen nicht ins Internet abwandern

Uwe Christiansen
Uwe Christiansen

In Düsseldorf findet derzeit (8. bis 21. Januar) die Internationale Fachmesse für Unterhaltungs- und Warenautomaten (ima) statt. Eines der wichtigsten Themen der Branche: Wie geht es nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, mit dem das Glücksspiel-Monopol des Staates gekippt wurde, weiter? Von den anstehenden Weichenstellungen hängt nicht nur das Wachstum der Branche ab, sondern auch der mit der Branche verknüpfte Arbeitsmarkt. Wir sprachen darüber mit Uwe Christiansen, dem Vorsitzenden des Verbands der Deutschen Automatenindustrie (VDAI).

Drei Modelle für die Zukunft des Glücksspiels in Deutschland sind auf der Messe in der Diskussion: Eine gesellschaftliche Gruppierung – darunter auch viele Stimmen aus der SPD – würde am liebsten alle Glücksspiele verstaatlichen, inklusive jener Bereiche, die bisher davon ausgenommen waren (z. B. private Spielautomaten und Spielhallen). Eine zweite Fraktion strebt eine Öffnung des Sportwetten-Markts an, will aber das Lotto-Monopol beibehalten. Eine dritte Gruppe sieht die begrenzte Ausgabe von Konzessionen für Sportwetten als beste Lösung.

Alle Anbieter sowie Befürworter als auch Gegner des Monopols sind sich jedoch darin einig, dass ein unkontrolliertes Abwandern der Spieler ins Internet vermieden werden muss, denn laut mehrerer Studien werden im Internet mit illegalen Wetten jährlich rund acht Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt – so viel, wie in Deutschland legal gespielt wird.

Neben dem Geld geht es auch um den mit der Branche verbundenen Arbeitsmarkt. Je nach künftiger Ausgestaltung des Glücksspiel-Monopols können zahlreiche neue Jobs entstehen.

Und die Zeit drängt, denn die EU-Kommission hat die Länder bereits aufgefordert, ihre Ideen für die anstehende Reform endlich mit den europäischen Regelungen in Einklang zu bringen.

(ml)